Die 5 Mythen der Radweggegner

10. Februar 2021

In der Bezirksvertretungssitzung am 17. Dezember haben wir NEOS gemeinsam mit SPÖ und Grünen einen baulich getrennten Radweg in der Krottenbachstraße beschlossen. Seitdem gehen die Wogen hoch, und ÖVP und FPÖ agitieren bewusst gegen den Radweg, indem sie Tatsachen verdrehen und so Unsicherheit in Döbling schüren. Wir räumen mit den Gerüchten auf:

Faktencheck

Die Krottenbachstraße ist für den Bereich zwischen Neustift, Glanzing, dem Krimviertel und Sievering die einzige Verbindung ins Zentrum und damit wichtig für alle Verkehrsteilnehmer_innen. Bereits im Februar 2018 haben sich Grüne, ÖVP, SPÖ und NEOS in einem Resolutionsantrag dazu bekannt, die Krottenbachstraße künftig für alle Verkehrsformen sicher zugänglich zu machen. In Zuge dessen wurde ein Antrag an die damals zuständige Stadträtin Maria Vassilakou eingebracht, einen Plan für die zukünftige Nutzung auszuarbeiten. Da demnächst die Sanierung der Wasserleitungen in der Krottenbachstraße ansteht, wollen wir den Radweg gleich mit in Angriff nehmen, um die Bauarbeiten auf ein Minimum zu beschränken.

Jetzt, wo die Pläne konkreter werden, werden auch die Stimmen der Gegner immer lauter. Wir finden, es ist Zeit die Gerüchteküche zu beenden und den Döblingerinnen und Döblingern Fakten zur Verfügung, falsche Aussagen richtig zu stellen und offene Fragen zu beantworten.

Warum ist ein Radweg dort wichtig?

In dem Areal rund um den künftigen Radweg befinden sich eine Menge Wohnungen und viele Döblinger_innen, gehen hier einkaufen und zur Schule. Obwohl der Radverkehr boomt, ist das Radfahren in der Krottenbachstraße immer noch schwierig und unsicher. Vor allem Familien und ältere Menschen, die gerne das Rad als umweltfreundliche und gesunde Alternative wählen würden, trauen sich nicht. Ein baulich getrennter Radweg würde die Sicherheit für Radfahrer_innen enorm erhöhen und vielen Menschen einen Umstieg auf das Fahrrad ermöglichen, speziell auch für kurze Wege im Bezirk, sei es zum Einkaufen oder zur Schule.

Was bedeutet die Machbarkeitsstudie für den Radweg?

Ende Jänner hat die Bezirksvorstehung die Machbarkeitsuntersuchung der Stadt Wien für einen Radweg in der Krottenbachstraße auch an uns NEOS übermittelt. Diese zieht sämtliche Möglichkeiten in Betracht und gibt einen ersten groben Überblick, wie der Döblinger Radweg aussehen könnte und zeigt, an welchen Stellen die Planung noch adaptiert werden muss.

Entgegen der Darstellung von Bezirksvorsteher Resch war ein baulich getrennter Radweg in der Obkirchergasse von uns zu keinem Zeitpunkt vorgesehen und wurde dementsprechend auch nie beantragt. Die Anbindung mit dem Rad an die Grinzinger Allee ist in der einen Richtung über die Obkirchergasse bereits jetzt möglich. In umgekehrter Fahrtrichtung wären die Friedlgasse oder die Leidesdorfgasse mögliche Alternativen. 
Um das Nebeneinander der Verkehrsteilnehmer_innen in der Obkirchergasse zu verbessern können wir uns hier eine Verkehrsberuhigung, beispielsweise in Form einer Begegnungszone vorstellen. Dies haben wir auch in einem virtuellen Meeting mit den Geschäftstreibenden so kommuniziert.

Parkplatzmythos

Immer wieder wird Panik geschürt, dass durch den Radweg in der Krottenbachstraße 275 Parkplätze unwiederbringlich verlorengehen. Das stimmt so nicht. Durch den von uns vorgesehenen Radweg wären laut Machbarkeitsstudie nur 200 Parkplätze, nämlich die nördliche Seite der Krottenbachstraße betroffen, wo in vielen Abschnitten bereits jetzt Halteverbot gilt. Die Parkplätze in der Obkirchergasse sind nicht Teil unseres Antrags und daher auch nicht auf den Radweg Krottenbachstraße zurückzuführen. Da seit der Einführung des Parkpickerls in Döbling ausreichend Stellplätze zur Verfügung stehen, wird der lokalen Wirtschaft dadurch nicht geschadet. Im Gegenteil: durch eine verbesserte Infrastruktur mit sichereren Rad- und Fußwegen würde sie sogar profitieren. Denn Fußgänger_innen und Radfahrer_innen kaufen im Grätzel ein.

Mythos „Radverkehr auf Kosten der Fußgänger“

Unsere Ambition für den Radweg ist eine faire Aufteilung des öffentlichen Raums. Statt weniger Platz für Fußgänger_innen sieht unsere Planung mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer_innen vor. Dafür sollen Gehsteigvorziehungen, Anrampungen, neue Zebrastreifen und Querungshilfen sorgen.

Planung zurück an den Start?

Die Planung geht nicht zurück an den Start, sondern weiter in die nächste Runde. Der Antrag auf den Radweg in der Krottenbachstraße wurde mehrheitlich angenommen und daran ändert auch die Diskussion um die Obkirchergasse nichts. Im nächsten Schritt geht es nun an die Detailplanung, die natürlich auch die Interessen der Stakeholder berücksichtigen soll.

NEOS rudern zurück?

Wir stehen zu unserem Wort und dem Radweg in der Krottenbachstraße. Der im Dezember von uns eingebrachter Antrag ist für uns bindend und zu keinem Zeitpunkt haben wir ein Zurückrudern auch nur in Erwägung gezogen. Unsere Bereitschaft zu einer sachlichen Diskussion wurde hier vollkommen missgedeutet. Fakt ist: wir haben keinen Radweg in der Obkirchergasse gefordert und werden dies auch nicht tun. Was wir jedoch fordern, ist eine sachliche und konstruktive Diskussion in der Verkehrskommission, um bald Klarheit zu schaffen, wie konkret der Radweg Krottenbachstraße umgesetzt wird