Bezirkspolitik in Zeiten der Corona-Krise

30. April 2020

Unser Alltag wie wir ihn kennen, wurde in den letzten Wochen massiv und in unvorhersehbarer Geschwindigkeit durch das Virus verändert. 

Wie geht es weiter?

In allen Lebensbereichen sind wir vor neue Herausforderungen gestellt worden. Langsam aber doch zeichnet sich ein Licht am Ende des Tunnels ab, was die Beschränkungen der Regierung aufgrund der COVID-19 Krise betrifft.

Auch als NEOS Margareten sind wir mit neuen Fragen konfrontiert: Welche Themen sind jetzt wichtig, und wie können sie bearbeitet werden? Wie können wir mit unseren Mitgliedern Kontakt halten und zusammenarbeiten?

Wir entdecken den Nutzen von Digitalen Werkzeugen neu: Unseren Newsletter erhalten schon viele Margaretner_Innen (hier kannst du dich anmelden). Wir NEOS   Margareten haben Bezirksgeschichte geschrieben und am 18. 4. 2020 unser „1. Offenes Online Bezirkstreffen“ abgehalten. Dieses Format werden wir auch im Mai noch beibehalten. Zudem gibt es jetzt unseren neuen NEOS Margareten Blog, den du hier gerade liest.

Doch wie gehen unsere NEOS Mitglieder in Margareten mit der Situation um? Unsere Bezirkskoordinatorin Stellvertreterin Johanna hat mit Ihrem Projekt “MASKEN für SPENDEN” selber richtig angepackt, und erzählt uns, wie es dazu kam:

„Als Ende März die Maskenpflicht für Einkäufe angekündigt, und zugleich auch der allgemeine Mangel an Schutzmasken bekannt wurde, war auch für mich klar, dass ich nun Masken machen werde, weil ich als Kostümbildnerin mit meinem Atelier die Infrastruktur dafür habe. Die ersten Masken wollte ich gerne karitativ vergeben. So konnte man 10 Tage lang gratis Masken bei mir bestellen, wenn man dafür eine Spende an eine karitative Organisation getätigt hat. Das Projekt wurde so großartig angenommen, dass fast 3000 Euro für über 200 Masken gespendet wurden, die ich in meinem Atelier hergestellt und an die Spender versendet habe.

Meine persönliche Motivation war, dass ich in den ersten Tagen des Shut-Downs, die Obdachlosen gesehen habe, die die Einzigen waren, die noch draußen waren. Sie konnten sich nicht einfach in ihr Zuhause zurückziehen, um sich vor dem Virus zu schützen. So war es mir ein Anliegen, mit den Spenden des Projekts eine Einrichtung wie NEUNERHAUS zu unterstützen. Zudem finde ich es nicht sinnvoll, Schutz-Masken, die für den Einsatz in medizinischen Bereichen und Pflege geeignet sind, im Supermarkt zu verwenden.“

Sogar in den Medien wurde über das „Masken für Spenden“ Projekt berichtet:

https://www.heute.at/s/corona-virus-krise-kostumbildnerin-naht-masken-gegen-spende-59845472

Unser Mitglied Thomas ist nicht nur Laufbotschafter in Margareten und eines unserer aktivsten Mitglieder, beruflich ist Thomas in der Hauskrankenpflege tätig, ein derzeit besonders sensibler Bereich. Aus seinem Alltag kann Thomas folgendes berichten:

“Beruflich habe ich das Glück, dass meine Tätigkeit in der aktuellen Krise benötigt wird. Mit Arbeitslosigkeit ist daher eher nicht zu rechnen. Da ich in der Hauskrankenpflege arbeite bin ich viel unterwegs. Wenn ich von Kunde zu Kunde gehe, habe ich von meinenm Dienstgeber eine Bestätigung erhalten, dass dies Notwendig ist, da einige Kolleg_innen mit aufmerksamen Polizist_innen Probleme bekommen haben, und der Dienstausweis alleine offensichtlich nicht ausreicht. Schutzausrüstung ist ein gewaltiges Problem. Ich habe für dieses Monat 5 Einweg-OP-Masken bekommen sowie 2 Auskochbare MNS-Masken. Sollte ich einen COVID-19 positiven Kunden/in bekommen stellt dies keinen adäquaten Schutz für mich dar, da diese Masken nicht virendicht sind. Aber ich möchte nicht undankbar sein, denn zuvor hatte ich überhaupt keine Masken zur Verfügung.”

Welche Lehren und Erkenntnisse können wir für die Zeit nach COVID-19 mitnehmen. Die Tatsache, dass derzeit massiv weniger Individualverkehr unterwegs ist, ist besonders in einem dicht verbauten Bezirk wie Margareten eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität. Das möchten wir am liebsten mit in die Zukunft nehmen können. Derzeit sieht man besonders gut, wie viel öffentlichen Raum Autos einnehmen, und wie sie die Lebensqualität mit Lärm und Abgasen beeinträchtigen.

Krisen sind auch die Zeit, die das Beste im Menschen herausholen können. Wir sehen es am Einsatz der Ärztin_Innen, Pfleger_innen, Verkäufer_Innen aber auch bei unseren Nachbarn_Innen, Freunden_Innen und Familie. Halten wir an dem auch nach der Krise fest!

Euer Mario, Bezirkskoordinator Margareten