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Bilanz der Volksschuleinschreibung in Wien

08.02.2015 Christine Hahn

Am Freitag hat die Präsidentin des Wiener Stadtschulrates die Bilanz der Schuleinschreibungen an Volksschulen für das nächste Schuljahr vorgestellt. 92% oder 8%, das ist die Frage! Bei einem Defizitblick, wie er derzeit in unserem Bildungssystem noch üblich ist, werden natürlich die 8% in den Vordergrund gestellt, die es nicht gemacht haben, die 92%, die es geschafft haben, davon ist nicht die Rede. Natürlich lohnt sich auch die Frage, warum Eltern den Termin nicht wahrnehmen. Eine Schlagzeile in der Zeitung ist damit schon sicher, wenn auch gleich von Bestrafung geredet wird.

Ursachen bekannt? Nein nicht wirklich, eher Vermutungen, denn sonst hätte man sich ja schon Maßnahmen überlegen können! Vielleicht ein Hinweis bei Übersiedlungen nicht auf die Ummeldung zu vergessen? Manche Informationen in noch mehr verschiedenen Sprachen anbieten? Möglicherweise sind doch auch einige weggezogen? Die Liste lässt sich lange fortsetzen. Nachdem sich ja ohnehin alle diese Eltern noch bei den Pflichtschulinspektor_innen melden müssen, ließen sich diese Gründe ja erheben.

Da der Zeitpunkt der Schuleinschreibung den Beginn einer jahrelangen, hoffentlich guten Kooperation zwischen Schule und Elternhaus darstellt, ist allen ein konstruktiver Beginn zu wünschen und die Rahmenbedingungen so zu wählen, dass dieser auch möglich ist. Ob Strafen gleich am Beginn dazu beitragen, lässt sich bezweifeln!

Die Zahl 1373 schaut ja wirklich nach einer großen Menge aus, auf die 269 Volksschulen in Wien aufgeteilt, mit durchschnittlich 2 ersten Klassen, macht das im Schnitt pro Schule ungefähr fünf Kinder aus. Sicher wird es Häufungen geben, aber daran gehört dann eben zielgruppenspezifisch gearbeitet.

Vorschulklassen sind sicher eine Möglichkeit, den Kindern die Chance zu geben gut ins Schulleben zu starten. Ob für die Entscheidung ob Volksschule oder Vorschule der Begriff der Schulreife noch zeitgemäß ist und nicht eher der Begriff Schulfähigkeit der derzeitigen Bedürfnislage entspricht, wäre zu diskutieren. Setzt doch Schulfähigkeit darauf, dass sie nicht absolut festzulegen ist, sondern einerseits von Anregungen abhängig ist, die dem Kind geboten werden und andererseits von den Anforderungen der Schulen.

Eine Schulfähigkeitsdiagnostik ist daher auch nicht auf Auslese aus, sondern versucht Hilfestellungen für die positiven Veränderungen zu schaffen, die durch Lernen geschaffen werden können. Wenn Vorschulklassen diesem Anspruch entsprechen sollen, dann darf die Höchstschüler_innenzahl bis 20 (Wr. Schulgesetz §10 (3): 10 bis max. 20 Schüler_innen) nicht ausgeschöpft werden. Je kleiner die Gruppen sind, umso eher wird es gelingen, diese Kinder zu fördern und sie in dem Sinn schulfähig zu machen, dass die weitere Schullaufbahn gelingen kann. „Niemand darf zurückbleiben“, diese Grundhaltung an finnischen Schulen muss auch in Österreich zur Selbstverständlichkeit werden!

 

Christine Hahn, NEOS-Themengruppenleiterin Bildung Wien

  • Birgit Breitenlacher

    gute Überlegungen! Ich bin ganz dafür, dass es kleine Klassen gibt, die von einander lernen, dh eine gute Durchmischung von sehr begabten, gut deutsch sprechende, schlecht deutsch sprechende, bissi langsamere und dann einen Lehrer_in, die versucht eine gute soziale Komponente reinzubringen, damit sich alle in ihren Stärken und Schwächen ge- und bestärkt fühlen….

  • Elisabeth

    Hätte ich mich nicht selber drum gekümmert, wären wir unter den 8% … denn der Stadtschulrat hatte unser Pflegekind nicht auf der Liste, obwohl er nebenbei erst 3 Jahre in einen MA10 Kindergarten geht …