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Casino Zögernitz: ein neuer Vorschlag

29.01.2016 19., Döbling

Seit Monaten gehen die Wogen in Döbling hoch. Grund dafür ist die geplante Umwidmung des Casino Zögernitz. NEOS Döbling hat in der Bezirkssitzung vom 28.01.2016 diese anlassbezogene Umwidmung bzw. deren Empfehlung abgelehnt. Letztlich ist die Empfehlung jedoch mit den Stimmen der Grünen, der SPÖ und einem Teil der ÖVP durchgegangen. Zur Erinnerung für die Zukunft: die Grünen (gegen Spekulationen), die SPÖ (für Leerstandsabgaben) und Teile der ÖVP haben diese Empfehlung abgesegnet und damit ihre Zustimmung zu einer Umwidmung für ein rein spekulatives Objekt erteilt.

So weit, so absurd.

Doch es geht noch weiter – alle Parteien, die im Jahr 2015 Teil der Bezirksvertretung waren, haben einen Antrag (16.04.2015) einstimmig angenommen, der folgendes wiedergibt:

„Eine bauliche Verdichtung, die mit der Umwidmung von Grünland in Bauland bzw. der Umwidmung von Betriebsbaugebiet in gemischtes oder Wohnbaugebiet einhergeht und nicht im Interesse der Allgemeinheit ist, sondern die Anliegen Einzelner bedient, kann nicht im Interesse des Bezirkes sein.“ 

Obwohl dieser Antrag damals einstimmig von Grünen, ÖVP, SPÖ und FPÖ beschlossen wurde, ist heute die Empfehlung mehrheitlich (23 ja, 22 nein) für eine Umwidmung ausgegeben worden. Döbling hat schon genug Anlagewohnungen, die zum Teil schon seit Monaten und sogar Jahren freistehen. Dafür gibt es unzählige Beispiele. Wir brauchen aber leistbaren Wohnraum.  Und auch dazu hat NEOS schon Ideen eingebracht (z.B. die Überbauung der Trasse der S-45).

Gegen die Umwidmung des Areals „Casino Zögernitz“ spricht so einiges: da wären zunächst die massiven Bedenken vieler Bürger_innen, dazu kommen noch ein  Flächentausch und eine dadurch gewonnene Mehrkubatur von ca. 28.000 m3 Raum, die x-te §69-Ausnahme im Bezirk, der Verlust von Altbaumbestand und schließlich die Verbauung der Grünflächen sowie die Oberflächenversiegelung. Hier wird ein historisches Gebäude zugunsten einiger weniger Profiteuere  in Mitleidenschaft gezogen. Beim Kauf des Grundstückes war dem Käufer klar, dass es sich um ein historisches Gebäude handelt. Jetzt damit zu argumentieren, dass es bei keiner Umwidmung zu einem Verfall des Gebäudes kommt, ist nicht nur naiv und fadenscheinig sondern auch schlicht falsch. Es gibt in Wien eine geltende Bauordnung. An diese haben sich alle zu halten. Die Döblinger Praxis sieht aber leider anders aus. Zuerst werden Gebäude relativ günstig verkauft und durch spätere Umwidmungen profierten die neuen Eigentümer um ein Vielfaches. Nun wissen wir auch, dass die Bezirksvorstehung aus der Gatterburggasse ausziehen und höchstwahrscheinlich in die Grinzinger Allee 6 übersiedeln wird. Das neue Gebäude würde nicht nur erst gebaut werden sondern würde zu einer weiteren Verschlechterung der Verkehrssituation am Sieveringer Spitz führen und auch die Einkaufsstraße Döblinger Hauptstraße massiv benachteiligen.

NEOS Döbling hat einen anderen Vorschlag: Nutzen wir das denkmalgeschützte Zögernitz als Sitz für die Bezirksvorstehung von Döbling. Das Casino Zögernitz wäre aus vielerlei Gründen ein optimaler neuer Standort. Diese Lösung hätte viele Vorteile für den Bezirk, für alle Bewohner_innen Döblings und die unmittelbaren Anrainer_innen. Einige dieser Vorteile wären:

  1. Schutz eines historischen Gebäude
  2. Das Gebäude wäre für eine zukünftige Bezirksvorstehung samt Veranstaltungssälen nach einer baulichen Sanierung sehr gut geeignet
  3. Schaffung eines „echten Bezirkszentrums“ im Herzen Döblings mit entsprechenden Ausbaumöglichkeiten
  4. Schaffung eines Kulturveranstaltungsortes
  5. Nutzung des Veranstaltungssaales für Bezirks- und Pfarrbälle und sonstige Veranstaltungen (Kabarett, Konzerte, Lesungen, etc.)
  6. Öffnung des Parkes für die Bewohner Döblings und der Stadt
  7. Aufwertung des Standortes der Einkaufsstraße Döblinger Hauptstraße

Der Bezirksvorsteher und die Stadt Wien müssten an einer solchen Lösung auch Interesse haben. Gespräche mit dem Eigentümer wären sofort zu führen und seine Bereitschaft abzuklären. NEOS steht für Veränderung. Dazu gehören auch Umwidmungen. Aber insbesondere Umwidmungen müssen im Sinne des Bezirkes erfolgen. Wir stehen auch für Bürger_innenbeteiligung und absolute Transparenz. Beim Fall „Casino Zögernitz“ haben die Bürger_innen das Gefühl, dass die Politik wieder mal über sie drüber fährt und die Interessen eines einzelnen über die Interessen der Allgemeinheit stellt. Geben wir den Döblinger_innen die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung unseres Bezirkes mitzuwirken. Lassen Sie uns gemeinsam ein historisches Gebäude Döblings erhalten!

Nun ist die Stadt Wien am Zug. Wir hoffen, dass sie die Bedenken der Döblinger_innen ernst nimmt und keine Umwidmung beim Casino Zögernitz zulässt. Der NEOS Rathausklub wird jedenfalls dagegen stimmen.