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dbz 4/2016 : „Donaustadt 2020 – Grüne Lunge oder Containerstadt durch die rot-grüne Bauordnungsnovelle?“

Eine tiefgreifende Reform der Bauordnung in Wien ist nicht nur wegen der Flüchtlingskrise dringend notwendig, denn auch im Bereich des leistbaren Wohnens verhindert sie in ihrer jetzigen Form ein effizientes Vorgehen. Sie sollte gleich so entrümpelt werden, dass neue günstige Formen des kombinierten städtischen Wohnens und Arbeitens möglich sind. Zusätzlich herrscht in der Donaustadt eine massive Unterversorgung von Schulen und Kindergärten. Kurzfristig könnten Teile davon zu geringen Kosten in Flüchtlingsquartiere, mittelfristig aber in leistbaren Wohnraum für alle umgewandelt werden.“ Auch die in der Novelle vorgesehenen Erleichterungen für Gebäude in Leichtbauweise sollten nicht nur für Flüchtlingsquartiere, sondern allgemein für die Schaffung von leistbarem Wohnraum gelten: „Durchmischung und multifunktionale Nutzung ist zentral für frühzeitige Integration.“

Warum nutzen wir nicht den schon vorhandenen Leerstand in Gewerbegebieten und schaffen dadurch auch noch dringend notwendige Arbeitsplätze?“ In leerstehenden Bürogebäuden in Industriegebieten sollten auch einfache gemischte Nutzungen – Wohnen, Gewerbe, Bildungseinreichungen – realisiert werden können. „Für gewerbliche Beherbergungsbetriebe ist das jetzt schon möglich, warum nicht für andere temporäre Unterkünfte?
Diese weitreichenden Änderungen der Bauordnung lösen die Probleme nicht. „15 Jahre sind keine temporären Bauwerke“ wie sie jetzt beschlossen wurden. Außerdem widersprechen abgeschottete, reine Flüchtlingsunterkünfte unserer Vorstellung von Integration. Zudem muss man die Ängste und Anliegen der Bürgerinnen ernst nehmen – auch das ist eine Voraussetzung für Integration, mit Drüberfahren erzeugt man nur Widerstände.