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Eine gemeinsame Raum- und Verkehrsplanung – Wien und Niederösterreich brauchen das „Y“ !

10.02.2015 Hannes Heissl

Im November 2014 fand im Landhaus in Sankt Pölten ein Symposium (organisiert vom Architekturnetzwerk NÖ – ORTE) zum Thema „Zwei Länder. Ein Plan?“ statt. Neben Experten nahmen auch die für das Thema in ihren jeweiligen Ländern Verantwortlichen – Maria Vassilakou (GRÜNE) und Stephan Pernkopf (ÖVP) teil.

Wien sowie sein Umland in NÖ wachsen stark und der sogenannte Agglomerationsraum Wien wird den Prognosen nach bald drei Millionen Menschen beherbergen.

Bislang haben sich Wien und Niederösterreich in Sachen Raumplanung eher durch Konkurrenz denn durch Kooperation hervorgetan. Der Konkurrenzkampf um BürgerInnen sowie um neue Gewerbeparks und Einkaufszentren verschärfen die raum- und verkehrsplanerischen Probleme der Region. Ein Beispiel ist die Errichtung des Einkaufszentrums G 3 in Gerasdorf. Laut einem Bericht der Tageszeitung „Die Presse“ muss für Profitabilität die Hälfte der Besucher aus Wien kommen, und das geht de facto nur mit Individualverkehr. Gemeinsame Raum- und Verkehrsplanung (die Planungsgemeinschaft Ost – PGO ist eine unverbindliche Institution)? Weit gefehlt!

Der neue Wiener Stadtentwicklungplan 2025 spricht zwar von der Metropolregion und von überregionaler Zusammenarbeit, aber Konkretes oder gar Verbindliches ist nicht zu finden. Konkret und Verbindlich? Das konnte man den beiden oben genannten politisch Verantwortlichen aus Wien und Niederösterreich auch beim Symposium nicht wirklich entlocken. Das könnte nämlich so aussehen:

Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg hat die Planungsabteilungen zusammengelegt und die diesbezüglichen Beschlüsse in den beiden Landtagen tragen den sogenannten Y-Vermerk. Aus diesem Grunde sind Berlin und sein Umland weder zersiedelt noch von Einkaufszentren auf der grünen Wiese geprägt – Binnenentwicklung hat Vorrang und neue Siedlungsentwicklung erfolgt konzentriert beispielsweise sternenförmig entlang den S-Bahnlinien.

Zugegeben: In Berlin und Brandenburg führt jeweils dieselbe Partei (SPD) die Landesregierungen an, was möglicherweise den Beschluss zur Zusammenlegung der Planungsabteilungen erleichtert hat. Darauf können Wien und Niederösterreich nicht warten, sondern hier besteht der Handlungsbedarf heute – Wien und Niederösterreich brauchen eine gemeinsame Raum- und Verkehrsplanung und das Y!

 

Hannes Heissl, NE­OS-The­men­grup­pen­lei­te­r Stadtplanung Wien

 

Links:

Symposium von ORTE

Website der gemeinsamen Planungsabteilung Berlin-Brandenburg

Forderungen im Positionspapier Stadtplanung von NEOS Wien