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Gesamtverkehrskonzept statt U4 Verlängerung

09.02.2018 Peter Pelz

Hietzing ist ein lebenswerter Bezirk – und soll dies auch nach 2020+ bleiben – für alle, die hier leben und arbeiten. Ein funktionierender Verkehr ist hierfür ein wesentlicher Bestandteil, aber anstatt ein Gesamtverkehrskonzept mit einer Prioritätenliste für Hietzing zu erarbeiten, werden immer wieder Einzelmaßnahmen medial lanciert. Jüngstes Beispiel ist die neuerliche Debatte über die U4-Verlängerung nach Auhof.

Warum steht NEOS Hietzing der U4 Verlängerung kritisch gegenüber und fordert stattdessen den Ausbau der S-Bahn?

Die U4 führt entlang von Hietzings Außengrenze in die Stadt und ist für Hietzing ein wesentliches öffentliches Verkehrsmittel. Für das Mobilitätsverhalten der Hietzinger ist es aber unwesentlich, ob die U4 nun in Hütteldorf oder Auhof beginnt.

Auch die Auswirkungen einer U4-Verlängerung auf die KFZ-Verkehrsbelastung in Hietzing darf nicht überbewertet werden, denn um ein Umsteigen vom KFZ auf öffentlichen Verkehr attraktiv und nachhaltig zu gestalten, sollte dies möglichst nah am Wohnort erfolgen. Auhof, bzw. Purkersdorf sind jedoch nicht Quelle großer Verkehrsströme – diese bauen sich weiter entfernt von Wien auf. Die S-Bahn, die schon heute parallel zur U-Bahn fährt und Auhof und Purkersdorf bedient, dringt jedoch bis in die Quellregionen des Pendlerverkehrs vor und kann bei entsprechender Attraktivierung ein vermehrtes Umsteigen auf den ÖV ermöglichen.

Derzeit gibt es mit der S50 (aus Rekawinkel Richtung Westbahnhof) und der S80 (ab Unterpurkersdorf über Meidling Richtung Stadlau) zwei S-Bahnlinien, die um einen Bruchteil der Kosten eines U-Bahn Baus nicht nur tiefer nach Niederösterreich, sondern auch mit wesentlich dichterer Taktung geführt werden könnten.

sbahn-Konzept NEOShietzing180201

In Kombination mit der Errichtung eines S-Bahn Ringes durch die S45 – inklusive neuem Umsteigeknoten in Baumgarten und dem Ausbau der Verbindungsbahn in Hietzing – würde der ÖV Verkehr in Hietzing und Penzing nachhaltig aufgewertet werden . Und nur eine gute öffentliche Anbindung sichert, dass unser Bezirk auch nach 2020 ein zum Wohnen und Arbeiten attraktiver Bezirk verbleibt, der nicht im KFZ-Verkehr erstickt.

Umsteigeknoten180201

In Ergänzung dazu sind aber auch andere wesentliche Maßnahmen – wie die Bezirksgestaltung, die Führung des natürlich weiterhin existierenden PKW-Verkehrs innerhalb des Bezirks, der Ausbau der Radinfrastruktur etc. – zu planen und umzusetzen.

Diese Themen sind umfassend zu analysieren – durch Experten und durch uns Hietzinger!

Wir von NEOS Hietzing fordern daher dringend den Startschuss für ein umfassendes Verkehrskonzept und  fordern die Bezirksvorstehung auf, einen solchen Prozess umgehend parteiübergreifend zu starten!

Denn nur, wenn wir parteiübergreifend gleiche Ziele verfolgen und uns auch externer Beratung nicht verschließen, haben wir Chancen in einem Rot-Grünen Wien und einem Blau-Schwarzem Bund etwas zu erreichen und nicht von parteipolitisch getriebenen Geplänkel ausgebremst zu werden!