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Hartberg: Skandal, Schandfleck oder Hoffnungsstadt?

Mein Lebensmittelpunkt ist nun seit einigen Jahren in Wien. Welche Gründe hätte ich damals gehabt in der Region Hartberg zu bleiben? Keine die mich je näher zu Überlegungen brachten.
Da meine Mutter in Hartberg wohnt, bin ich noch ab und an „daheim“ am Land. Sehr oft hatte ich versucht sie dazu zu überreden, meiner Schwester und mir nach Wien zu folgen. Nie hatte ich verstanden, warum sie sich so sehr ans Landleben klammert – bis ich ein gewisses Potenzial erkannt hatte.

Wenn ich an Hartberg denke, kommt mir ziemlich schnell eine Skandalstadt in den Sinn. Da war mal was mit vergiftetem Käse, der viel zu teure Bauhof und der katastrophale Betonblock mitten in der Innenstadt, welcher den liebevollen Namen „Sparkassen-Parkdeck-Alleegasse“ trägt.
Von der einstigen „Alleegasse“ blieb nur der Name – ansonsten erinnert nichts mehr an die einstiegen prachtvollen Kastanien, welche dem Rand der Altstadt eine gesetzte Ruhe verliehen hatten.
Eine Altstadt zeichnet sich durch Atmosphäre und Charme aus. Wie viel davon hat Hartberg? Was trägt der kahl bepflastere Hauptplatz bei und was wollen die Innenstadt-Kaufleute den Menschen bieten, welche derzeit ins Hatric oder ins EO zum Einkaufen ausweichen?

Hartberg hat in den letzten Jahren sehr viel falsch gemacht. Irgendwie hatte ich das Gefühl, man bemühe sich geradewegs darum, Hartberg so unattraktiv als möglich zu gestalten. Mit dem Bau des Parkdecks wurde diesem Gefühl sogar ein Monument gebaut. (Ja, ich kann dieses Parkdeck wirklich nicht leiden.)

Und dennoch. Seit meinen letzten Feiertagsbesuchen spüre ich einen gewissen Umbruch. Eine Aufbruchstimmung und eine neue Neugierde hat Hartberg berührt. So rotten sich die Kaufleute der Innenstadt zusammen und werden selbst aktiv. Die Menschen in Hartberg sind interessiert an ihrer Stadt und mit einen gewissen Stolz erzählt mir meine Mutter von großen Plänen einer Gartenausstellung.

Hartberg hat Potenzial – sehr viel davon. Irrsinnig viel ist im entstehen und dabei sich zu entwickeln. Das freut mich und ich bin gespannt, was die nächsten Schritte sein werden, um Hartberg von der einstiegen Skandalstadt, zur Hoffnungsstadt einer ganzen Region wachsen zu lassen.
Und wer weiß: Vielleicht ruft mich der neue Charme Hartbergs irgendwann wieder zurück nach Hause.

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Daniel Schabauer
Bezirksrat in Rudolfsheim-Fünfhaus, Wien und Steirer im Herzen