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Haschahof, die nächste Runde

Zwischen Worten und Taten gibt es in der Politik leider große Unterschiede. Sprechen sich mittlerweile alle politischen Parteien gegen einen Abriss des Haschahofes in Rothneusiedl aus, bekam unser Antrag in der letzten Gemeinderatssitzung zum Erhalt des Hofes und zur Erstellung eines Konzepts für seine zukünftige Nutzung keine erforderliche Mehrheit. Aber der Reihe nach:

Der Haschahof in Rothneusiedl ist ein Gutshof mit rund 45 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche und Wiens letzter Vierseithof der Gründerzeit. Er stellt als historisches, bemerkenswert verziertes Gebäude ein besonderes Stück Stadtgeschichte dar und ist auch in unseren Augen absolut schutzwürdig. Im Jahr 2015 wurde der Hof inkl. der riesigen landwirtschaftlichen Nutzfläche an einen neuen Eigentümer, den Wohnfonds Wien verkauft. Mit dem Ziel hier in nächster Zeit zahlreiche neue Wohnbauten für das wachsende Wien zu errichten und das obwohl im ‚Agrarstrukturellen Entwicklungsplan für Wien 2014‘ dieses Gebiet noch als Vorranggebiet für Landwirtschaft ausgewiesen wurde. Davon will man jetzt aber schon nichts mehr wissen. Die Stadt Wien brüstet sich stets mit ihrem historischen Grüngürtel. In Wirklichkeit wird dieser aber angeknabbert, wo immer es möglich ist. Klar, muss Wien Wohnraum schaffen, trotzdem gibt es zahlreiche besser gelegene innerstädtische Gebiete, die zuerst genutzt werden sollten.

Im gleichen Jahr wurde übrigens auch das größte Selbsternteprojekt Wiens rund um den Haschahof nach 28 Jahren Laufzeit beendet, und das wo an anderen Standorten mit großem Aufwand neue Gemeinschaftsgärten errichtet werden. Und obwohl für diese Fläche eine 10-jährige Bausperre gilt.

Warum wurde das Projekt also beendet anstatt es zumindest noch 10 Jahre weiterzuführen? Und warum gelang es Stadtrat Michael Ludwig trotz einer verhängten Bausperre im November 2015 eine Abrissbewilligung für den Hof zu erwirken?

Nur aufmerksamen Bürgern ist es zu verdanken, dass der geplante Abriss öffentlich bekannt wurde, und schließlich aufgrund des plötzlichen öffentlichen Interesses durch politische Intervention verhindern werden konnte. Trotzdem stellt sich die Frage, wie lange man den Haschahof vor dem Abriss bewahren kann.

Eine Möglichkeit wäre gewesen, den Hof unter Denkmalschutz zu stellen. Wir haben das Bundesdenkmalamt angerufen, die bereits mit einer Prüfung der Schutzwürdigkeit beauftragt wurde. Letzte Woche bekamen wir den Anruf, dass der Haschahof als nicht schutzwürdig eingestuft wurde.

Also haben wir einen Antrag im Gemeinderat eingebracht. Es sollte ein Bekenntnis aller Parteien sein, sich gemeinsam für den Erhalt des Hofes einzusetzen und vor allem die hunderten Bürger_innen, die sich mittlerweile für den Fortbestand des Gutshofes einsetzen, aus der Unsicherheit zu entlassen. Die rot-grüne Mehrheit hat dem Antrag leider nicht zugestimmt. Soviel zu Worte und Taten…

Eine letzte, wenn auch nur vermeintliche Chance, ist eine neu gestartete Petition, die den Wunsch der lokalen Bevölkerung nach einer bürgerverträglichen Lösung und den Erhalt des Gebäudes bekräftigt. Im zuständigen Petitionsausschuss wird NEOS dieses Anliegen natürlich unterstützen. Nur allzu gut wissen wir aber leider, was mit BürgerInnenanliegen in dieser Stadt passiert. Es wird drüber gefahren – so wie hier auch im wahrsten Sinn des Wortes gerne mit schweren Baumaschinen. Aber so wird mit den Anliegen der Wienerinnen und Wiener in dieser Stadt umgegangen – man nimmt sie bestenfalls zur Kenntnis, aber Einsicht zeigt die Politik nicht. 9 von 10 Petitionen ereilt dieses Schicksal! Zur massiven Aufwertung von Petitionen, damit Bürgeranliegen nicht einfach abgewürgt werden können haben wir im Landtag bereits ein umfassendes Reformkonzept vorgelegt. Abgelehnt!

Zwischen Worten und Taten gibt es in der Politik leider große Unterschiede. Den engagierten Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt ist nur mitzugeben: Machen Sie weiter und lassen Sie sich nicht unterkriegen. Denn Wien gehört nicht den Politikern, Wien gehört den Wienerinnen und Wienern!