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Leitbild Nord-West-Bahnhof – das Wagenburg-Konzept

Grüner Rand statt Grüne Mitte

Als Kind habe ich leidenschaftlich gerne die spannenden Western im Fernsehen angesehen. Das ist nun gut und gerne mehr als 40 Jahre her. Was mich so fasziniert hatte war, dass viele Menschen sich in ein neues Gebiet auf den Weg gemacht haben und unterwegs, um sich zu schützen, mit ihren Pferdewagen die Wagenburgen errichtet haben.

Dies war eine enorm zweckmäßige Aufstellung. Innerhalb der Wagenburg war es fein. Alle waren geschützt. Die Kinder hatten viel Spaß, die Erwachsenen wussten, es konnte niemand von draußen eindringen.

Was hat nun der „Wilde Westen“ nun mit dem Nord-West-Bahnhhof-Gelände zu tun? Das nun vorliegende Leitbild für den Nord-West-Bahnhof wirkt einfach wie eine Wagenburg auf mich. Für andere wirkt das Konzept wie eine Festung. Beiden Begriffen ist gemeinsam, dass sie das „Innen“ schützen und das „Außen“ ausgrenzen.

Die damaligen Architekt_innen und Standplaner_innen haben ein wirklich großartiges Konzept vorgelegt. Allerdings ist es ein „green-field“ Konzept. So, als würden rundherum keine Menschen leben. (Konzept stammt aus 2006 – 2008 und auch damals gab es schon mehr als 80.000 Menschen im Bezirk.)

Dieses Konzept ist mit hoher Sicherheit das Beste für all jene Menschen, die in diesen neuen rund 60 Fußballfelder großen Stadtteil (entspricht 44. Ha = 440.000 m2) wohnen und arbeiten werden. Es ist die Rede von knapp 12.000 Menschen (in rund 5.000 Wohnungen) und 5.100 Arbeitsplätzen.

Die bereits ansässige Bevölkerung (und das sind 84.000 Menschen) wird davon kaum profitieren. Vor allem nicht von dem neu geschaffenen Grünraum. Es werden blockartige Gebäudeanlagen an die bereits vorhanden Bauten im Bezirk angebaut. Der Blick aus dem Fenster war bislang – über 100 Jahre – ein Bahnhof und wird nun eine Häuserfront bzw. einzelne höhere Gebäude sein. Soll das wirklich so sein?

Soll das so bleiben?

Es gibt eine Chance, JETZT, bevor die Detailplanungen beginnen, das ursprüngliche Konzept zu modifizieren. In der Form, als der rechte und der linke Teil der neuen Bebauung vertauscht wird, sodass anstelle der grünen Mitte, ein grüner Rand entsteht.
Durch die Verlegung der grünen Mitte an den Rand haben doppelt so viele Menschen Nutzen von der Grünfläche. Grüner Rand statt grüner Mitte!
So wie im 2. Foto unten skizziert.

Leitbild aus den Jahren 2006 – 2008
Das Wagenburgkonzept mit der grünen Mitte.
Als Alternative: Ein Konzept mit einem grünen Rand
 gruene-mitte-nwbhf  grüner-rand-nwbhf
Die neu hinzuziehenden Menschen werden perfekt von der Bevölkerung, die heute im Bezirk lebt, abgeschirmt sein. Sie erhalten innerhalb der Wagenburg eine großzügig angelegte Grünfläche.

Es haben nur die „neuen“ Leute direkten Nutzen vom Grünraum, wenn sie aus dem Fenster schauen.

 

Grafik: ernst niklaus fausch architekten eth/sia gmbh | Zürich | www.enf.ch (Präsentation vom 27.4.2015)

Durch die Verlegung der grünen Mitte an den Rand haben doppelt so viele Menschen Nutzen von der Grünfläche.

Die Konsequenz:

Neu Hinzuziehende haben keinen Nachteil und für die bisher ansässige Bevölkerung bedeutet der grüne Rand eine deutlich höhere Lebensqualität.

 

Ursprungsgrafik modifiziert.

Verkehrskonzept –  Anregung

vekehr-nwbhf. Im ursprünglichen Konzept wird wiederum der gesamte öffentliche Verkehr außen rundherum geführt (ausgenommen einer Querung in Richtung Traisengasse).

Die Planung geht von 12.000 Bewohner_innen und 5.100 Arbeitsplätzen aus.

Eine Möglichkeit wäre, die Straßenbahnlinie 5 parallel in das Gelände hinein zu verlegen und auch direkt von der Ecke Nordbahnstraße/Taborstraße an den Praterstern mit U1, U2 und S-Bahn, Straßenbahn 0 anzubinden.

Die gepunktete Linie ist die derzeitige Streckenführung der Linie 5. Die rote Linie ist der Vorschlag für die neue Streckenführung.

Derzeit sind einige Informationsveranstaltungen zum Thema „Aktualisierung Städtebauliches Leitbild“ geplant.

U.a. am 2. Mai von 18:00 – 20:30 Uhr in der Nordwestbahnstraße 16,1200 Wien (Veranstaltungshalle am Nordwestbahnhofgelände).

http://www.gbstern.at/projekte-und-aktivitaeten/stadtwohnen/neues-vom-nordwestbahnhof/

https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/veranstaltungen/