Bereiten wir unsere Kinder besser auf das Leben nach der Schule vor!

21. September 2020

Die Schule soll unsere Kinder auf die Herausforderungen einer unüberschaubaren Welt vorbereiten. Sie sollen sich darin zurechtfinden können und handlungsfähig sein. Dafür muss Schule neu gedacht werden. 

Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir?

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte NEOS Wien Spitzenkandidat Christoph Wiederkehr zusammen mit NEOS Bundesvorsitzender Beate Meinl-Reisinger und Michael Ikrath, Mitglied des Wirtschafts-und Sozialausschusses der Europäischen Union, neue Ideen für einen besseren, und mehr auf die tatsächlichen Anforderungen der Schüler_innen ausgerichteten Lehrplan an Wiener Schulen vor.

Lehrplan fit für das 21.Jahrhundert machen

Für Christoph Wiederkehr ist der momentane Lehrplan veraltet und sollte daher dringend überarbeitet werden: „Der Lehrplan, wie wir ihn momentan sehen, stimmt nicht mehr mit den tatsächlichen Herausforderungen, die im Leben eines Menschen relevant sind, überein. Er muss endlich entrümpelt und neue Fächer aufgenommen werden. Hier sind andere EU-Länder weit fortschrittlicher. Wir fordern daher eine Neugestaltung des Lehrplans unter Einbeziehung von Ethikunterricht sowie Gesundheits- und Finanzbildung bis 2022!“, so Wiederkehr.

Für den NEOS Spitzenkandidaten ist der Ethikunterricht für alle Schüler_innen auch ein Schlüssel für gelungene Integration: „Wien ist eine Millionenstadt, ein Schmelztiegel, eine weltoffene, multikulturelle Stadt. Wir NEOS sehen das als Chance, als einen Grund dafür, warum Wien eine lebenswerte, pulsierende Stadt ist. Gleichzeitig ist es aber auch eine Herausforderung. Ein gesellschaftliches Miteinander, nicht nur Nebeneinander, funktioniert nur, wenn sich alle auch auf derselben Ebene von ethischen Vorstellungen begegnen. Daher ist Ethikunterricht ein Motor für gelungene Integration!“, so Wiederkehr.

Schwerpunkt auf Gesundheitsbildung ist Gebot der Stunde

NEOS Bundesvorsitzende Beate Meinl-Reisinger ist die Gesundheit der Schüler_innen ein besonderes Anliegen: „Wir wissen, dass jeder dritte Bub und jedes vierte Mädchen an Österreichs Volksschulen übergewichtig sind. Und was tun wir dagegen? Wissen diese Kinder, was gesunde Ernährung ist und was nicht?  Aber auch die psychische Gesundheit unserer Kinder gibt Anlass zum Nachdenken: Fast ein Viertel aller Jugendlichen in Österreich leidet an einer psychischen Erkrankung. Wie gehen Kinder mit Stress und Druck um? Diese Themen und die Auseinandersetzung damit, müssen in jeder Schule einen fixen Platz haben!“, so Meinl-Reisinger. Als Mutter von drei Kindern hat die NEOS Bundesvorsitzende auch den direkten Vergleich zu ihrer eigenen Schulzeit: „„Wenn ich mir die Zeugnisse meiner Töchter ansehe, stelle ich fest, dass sie sich eigentlich nur in zwei Dingen von meinen ehemaligen Zeugnissen unterscheiden: Sie sind nicht mehr handgeschrieben – und Turnen heißt nicht mehr Leibesübungen Knaben/Mädchen (kurz LÜK und LÜM), sondern Bewegung und Sport (BuS). Geblieben sind Tafeln mit Kreide und sogar Overheadprojektoren gibt es noch. Wenn Sie bedenken, wie rasant sich unser Leben allein in den letzten Jahren verändert hat, im Schulsystem bildet sich das in keiner Weise ab und daher müssen wir das rasch neue Schulfächer in den Lehrplan integrieren!“, so Meinl-Reisinger.

Wirtschafts-und Finanzbildung ist wichtiger Faktor für ein erfolgreiches Leben nach der Schulzeit

Michael Ikrath, als ehemaliger Generalsekretär der Sparkassen und derzeit Mitglied des Wirtschafts-und Sozialausschusses der Europäischen Union, ein ausgewiesener Finanz-und Wirtschaftsexperte ergänzt: „Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema Finanzbildung, gerade auch für Schüler_innen. Dass wir immer mehr Jugendliche bei Schuldnerberatungen antreffen, weil sie nicht wissen, was es heißt eine Handyrechnung oder Ähnliches zu bezahlen, ist alarmierend!“, so Ikrath.

Seiner Meinung nach ist es für überschuldete Schüler_innen, wenn sie einmal in die Schuldenfalle abgeglitten sind, schwer wieder ein geregeltes Leben führen zu können.

„Daher müssen wir alles tun, um das Bewusstsein für dieses so wichtige Thema schon in der Schulzeit zu schärfen. Es gilt, die Jugendlichen zumindest mit den Grundbegriffen des Geldlebens, seinen wirtschaftlichen Zusammenhängen, den Mechanismen des Marktes und den für sie damit verbundenen Chancen und Risiken vertraut zu machen.

Das funktioniert nur, indem wir Finanz- und Wirtschaftsbildung als eigenen Gegenstand unter der Mitwirkung von Praktikern ganz rasch im Lehrplan verankern!“, so Ikrath abschließend.