
Die Leopoldstädter Bezirkspolitik wird transparent!
Hartnäckigkeit zahlt sich aus - nach langen Verhandlungen kommt nun endlich die Bezirkstransparenzreform.
Die jüngst medial bekannt gewordenen Vorwürfe gegen eine Wiener Pädagogin rücken das Thema Mobbing in der Schule wieder in den Vordergrund. Laut OECD sind in Österreich 21,3% der Schülerinnen und Schüler von Mobbing betroffen. NEOS Wien fordert umfangreiche Maßnahmen, um den Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen. Zudem braucht es Möglichkeiten, die wenigen schwarzen Schafe unter den Lehrkräften vom Schuldienst abzuziehen.
„Lehrerin oder Lehrer ist einer der wichtigsten Berufe in unserer Gesellschaft!“ betont NEOS Wien Klubobmann Christoph Wiederkehr. Es gelte, den Berufsstand zu stärken und sein Ansehen zu fördern. „Die überwältigende Mehrheit der Pädagoginnen und Pädagogen macht einen hervorragenden Job in oft schwierigem Umfeld. Auch um sie zu schützen, muss es möglich sein, die wenigen schwarzen Schafe zu entlassen! Im aktuellen Fall hat es die ersten Beschwerden gegen die Pädagogin bereits 2013 gegeben. Erst jetzt wird nach medialem Druck gehandelt. Das ist für die betroffenen Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Kollegenschaft an der Schule, inakzeptabel“, so Wiederkehr.
NEOS Wien fordert volle Schulautonomie – künftig sollen Direktorinnen und Direktoren ihr Personal einstellen, aber auch kündigen können: „Natürlich müssen wirklich triftige Kündigungsgründe vorliegen. Das müsste mit einem bundesweiten Rahmenkollektivvertrag gelöst werden. Das derzeitige Lehrer-Dienstrecht ist antiquiert und nicht funktional. Volle Schulautonomie wirkt sich in vielen Bereichen positiv aus, wir sehen das an internationalen Beispielen. Es ist auch völlig unverständlich, warum sich die Gewerkschaft mit Händen und Füßen dagegen wehrt“, zeigt sich Wiederkehr erstaunt.
Um den betroffenen Schülerinnen und Schülern rasch und unbürokratisch zu helfen, ist eine zentrale Mobbing-Stelle eine weitere Forderung. NEOS Wien Bildungssprecherin Bettina Emmerling: „Derzeit ist es für die Kinder vielfach unklar, wohin sie sich wenden sollen. Klassenvorstände haben oft einfach nicht die Zeit, sich dieser Probleme anzunehmen. Und von den versprochenen 100 Schulpsychologen und –sozialarbeiter sind wir in Wien immer noch Lichtjahre entfernt. Es braucht an jeder Schule eine verpflichtende Mobbing Policy mit klaren Handlungsanweisungen. Darüber hinaus muss es eine zentrale Anlaufstelle geben, die jeder Schülerin und jedem Schüler bekannt ist. Wir müssen den Betroffenen ein Netzwerk schaffen, in dem sie sich sicher bewegen können.“
Die zentrale Mobbing-Stelle muss unabhängig und weisungsfrei sein, sowie zur Verschwiegenheit verpflichtet. Lehrer_innen sollen zur Zusammenarbeit bzw. zum Informationsaustausch mit der Mobbing-Stelle verpflichtet werden. Psycholog_innen und andere Expert_Innen stehen in der Mobbing-Stelle zur fachlichen Betreuung zur Verfügung. Ohne Einwilligung und Rücksprache mit den Betroffenen wird nichts unternommen.
Nach der Kontaktaufnahme soll es je nach Bedarf ein bis zu dreistufiges Verfahren geben:
1. Psychologische Beratung zur Abklärung der Umstände und des Unterstützungsbedarfs
2. Intervention – unter professioneller Begleitung soll ein konstruktiver und sicherer Gesprächsrahmen zur Verfügung gestellt werden mit dem Ziel, Lösungen zu erarbeiten.
3. Mobbing-Kommission: Für besonders heftige Fälle von Mobbing, die in den ersten zwei Stufen nicht geklärt werden können, gilt es, in der Bildungsdirektion eine eigene Mobbing-Kommission zu installieren. In dieser Kommission sollen die Fälle zeitnah behandelt werden und die notwendigen Konsequenzen beschlossen werden.
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