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Was tun mit einem unzeitgemäßen politischen Relikt am Siebenbrunnenplatz? NEOS Margareten fordern eine künstlerische Kontextualisierung der Lueger-Plakette am Siebenbrunnen.
Am Siebenbrunnenplatz plätschert seit fast 120 Jahren der siebenstrahlige Brunnen mit dem großen Becken. Der ursprüngliche Brunnen war eine groß inszenierte Gebirgslandschaft aus alpinen Bäumen und Felsblöcken, gedacht als eine Huldigung an das Hochquellwasser, das damals durch großartige Ingenieurs-Meisterleistungen in die Stadt Wien eingeleitet wurde. Am Brunnen wurde schlussendlich auch ein Porträt des damaligen amtierenden Bürgermeisters Lueger angebracht in dessen Beisein der Brunnen 1904 eröffnet wurde. Heute ist nur mehr ein Fragment der ursprünglich großartigen Anlage vorhanden. Die Lueger-Plakette gibt es aber noch immer.
Die Tafel ist nur eines von vielen Relikten, die Lueger im Laufe seiner politischen Laufbahn in der Stadt hinterlassen hat. Über den kulturhistorischen und künstlerischen Wert dieser Arbeiten lässt sich diskutieren.
Derzeit gibt es eine kontroverse Debatte, wie mit Gedenkbildnissen von Politikern und historischen Persönlichkeiten im öffentlichen Raum umgegangen werden soll, deren Biographien durch veränderte politisch-historische Debatten neu zu bewerten sind. Der ehemalige Wiener Bürgermeister Karl Lueger ist als Symbolfigur Wiens ins Zentrum dieser Debatte gerückt.
In der vergangenen Bezirksvertretungssitzung haben wir eine künstlerische Kontextualisierung dieses Relikts gefordert. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der FPÖ angenommen, weshalb wir einer Überprüfung durch die Kulturstadträtin optimistisch entgegensehen. Unser Ziel wäre eine Kontextualisierung in Zusammenarbeit mit der KÖR (Kunst im Öffentlichen Raum).
NEOS Bezirksrätin und Kultursprecherin Johanna Adlaoui Mayerl sagt: „Wir sehen durch eine künstlerische Neubetrachtung die Chance, in Margareten einen neuen Blick auf die Repräsentation von Leistungen der Kommunalpolitik zu schaffen. Die Tatsache, dass den Siebenbrunnenplatz im Zuge des U-Bahnbaus eine umfassende Neugestaltung erwartet, macht ihn zu einem idealen Ort, das herausfordernde Experiment mit Künstler_innen, Gestalter_innen, Historiker_innen durchzuführen. Margareten kann hier ein Beispiel sein, wie das geht.“
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