Da der Siebenbrunnen unter die Zuständigkeit von Wiener Wasser fällt, ist Stadtrat Jürgen Czernohorszky am Zug. Inhaltlich hat er sich der Grundsatzentscheidung angeschlossen, die der Bürgermeister und die Kulturstadträtin in Hinblick auf das große Denkmal am Lueger-Platz getroffen haben.
Seitens der MA 31 (Wiener Wasser) gibt es keinerlei Bedenken eine Veränderung am Brunnen vorzunehmen, sofern das Bundesdenkmalamt seine Zustimmung gibt.
Wir sind froh, dass endlich ein Prozess in Gang gebracht wurde sehen es jedoch als schwierig an, die Parameter des Lueger-Denkmals 1:1 auf die Tafel am Siebenbrunnenplatz zu übertragen. Im Gegensatz zu dem Denkmal wurde die Tafel nicht posthum errichtet, sondern war Teil der politischen Vermarktungsstrategie Luegers. So steht die Figur Luegers heute nicht nur aufgrund ihrer Verdienste, sondern auch durch seine massive Selbst-Inszenierung im geschichtlichen Fokus. Seine politische Macht gründete sich auf politische Instrumentalisierung des politischen und klerikalen Antisemitismus dieser Epoche.
Da das Ergebnis der städtischen Prüfung für das Lueger-Denkmal am Stubenring erst im Herbst 2022 erwartet wird und im Jahr 2023 die Ausschreibung erfolgen soll, bedeutet das auch für unseren Siebenbrunnenplatz eine längere Wartezeit. Wir werden uns weiterhin für eine bezirksspezifische Lösung einsetzen, die unserem wichtigsten Brunnendenkmal aus der Gründerzeit gerecht wird.