Mut zur Veränderung: Wie wir Bildung gemeinsam weiterdenken
Bildungscafe mit Dolores Bakos

Bildung entsteht im Zusammenspiel jener Akteure, die sie täglich erleben – Eltern, Pädagog:innen und politische Verantwortungsträger:innen. Beim World Café Bildung von NEOS Leopoldstadt trafen genau diese Perspektiven aufeinander. Der Abend wurde zu einem offenen, ehrlichen und inspirierenden Austausch darüber, was gute Bildung heute braucht und wie sie morgen gelingen kann.
Nicht darüber reden, sondern miteinander und zuhören
Bildung ist kein abstraktes Reformprojekt, sondern tägliche Realität für Kinder, Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen. Genau deshalb haben wir beim World Café Bildung am 28. Jänner im NEOS Lab bewusst Raum für Erfahrungen, Zweifel und neue Ideen geschaffen. In kleinen Gesprächsrunden, mit wechselnden Perspektiven und viel Offenheit wurde nicht über Schule gesprochen, sondern aus Schule heraus gedacht. Das Format lebt vom Zuhören und davon, dass jede Stimme zählt und genau das hat den Abend geprägt.
Zu Beginn hat Dolores Bakos, Sprecherin für Bildung im Wiener Gemeinderat, den politischen Rahmen gespannt und gleichzeitig sehr konkret gemacht. Bildung ist der zentrale Hebel für Chancengerechtigkeit, sozialen Zusammenhalt und demokratische Stabilität. Doch sie kann diese Rolle nur erfüllen, wenn wir aufhören, sie isoliert zu betrachten. Schulen brauchen Unterstützung, nicht nur Erwartungen. Lehrkräfte brauchen Anerkennung, professionelle Begleitung und das Gefühl, dass ihre Arbeit gesehen und ernst genommen wird. Dolores betonte, dass Bildungspolitik langfristig gedacht werden muss und sich an den realen Bedingungen im Schulalltag orientieren sollte, nicht an Symboldebatten oder kurzfristigen Schlagzeilen.
Gute Bildung beginnt bei stabilen Beziehungen und klaren Strukturen
In den anschließenden Gesprächsrunden wurden zentrale Fragen diskutiert. Was brauchen Kinder, um gut lernen zu können? Wie können Übergänge zwischen Bildungsstufen gelingen, ohne Brüche und Überforderung? Welche Rolle spielen Eltern als Teil des Bildungssystems? Und welche Rahmenbedingungen brauchen Pädagoginnen und Pädagogen, um wirksam arbeiten zu können? Aus den Gesprächen kristallisierten sich gemeinsame Erkenntnisse und Ziele heraus. Gute Bildung beginnt bei stabilen Beziehungen und klaren Strukturen. Jedes Kind braucht eine Schule, die nicht verwaltet, sondern begleitet. Schulen sollten stärker als Lernorte für die gesamte Gemeinschaft verstanden werden, mit multiprofessionellen Teams, Zeit für Zusammenarbeit und einer Infrastruktur, die modernes Lernen ermöglicht. Sprachförderung, kulturelle Teilhabe und demokratische Bildung müssen früher ansetzen und auch außerhalb des Unterrichts stattfinden. Gleichzeitig braucht es mehr Transparenz über Erfolge und Erfahrungen, damit gute Praxis sichtbar wird und sich verbreiten kann, statt isoliert zu bleiben.
Wäre ich Bildungsminister:in, würde ich morgen …
Zum Abschluss des Abends stand eine andere Perspektive im Raum. Die Frage, was man selbst sofort verändern würde, wenn man Verantwortung auf höchster Ebene tragen würde. Die Antworten reichten von einem eigenen Fach Demokratie über mehr Praxis und Reflexion in der Ausbildung, regelmäßige Hospitationen, professionelle Begleitung durch Coaching und Supervision bis hin zu Digitalisierung, die Lehrkräfte entlastet statt zusätzliche Arbeit zu schaffen. Klar wurde: Gute Bildung braucht Haltung, Mut zur Veränderung und den Willen, Komplexität auszuhalten. Dieser Austausch wird fortgesetzt. Am 9. Februar sprechen wir mit Bildungsminister Christoph Wiederkehr bei uns im Bezirk über erfolgreiches Regieren in komplexen Zeiten. Ein Thema, das gerade für Bildung von zentraler Bedeutung ist.
Sei dabei und bringe dich ein, wir freuen uns auf dich!
—> https://wien.neos.eu/mitmachen/events/17c2f625-72a0-4820-b790-9a188243c9aa



