
Integration ist keine option
Sie ist die Voraussetzung für ein gutes Zusammenleben in Wien
Integration braucht einen klaren Maßstab.
Klare Werte. Klare Ziele. Klare Verantwortung.
Mit dem „Prinzip Wien“ haben wir eine Debatte darüber begonnen, was unsere Stadt zusammenhält. Mit dem Wiener Integrationsmaßstab gehen wir den nächsten Schritt: Wir halten fest, welche Grundwerte für alle gelten, welche Ziele wir verfolgen und woran wir den Erfolg unserer Integrationspolitik messen.
Menschenwürde, Demokratie, Rechtsstaat, Gleichberechtigung und Freiheit sind dabei nicht verhandelbar. Sie gelten für alle – unabhängig davon, ob jemand hier geboren ist oder erst seit Kurzem in Wien lebt. Dazu gehören die Freiheit, selbst zu entscheiden, wen man liebt, und die Religionsfreiheit. Gleichzeitig gilt: Keine Religion steht über unseren Gesetzen. Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Extremismus haben in Wien keinen Platz.
Der Wiener Integrationsmaßstab besteht aus drei Bausteinen:
- Integrationskodex – unser gemeinsames Fundament: Er beschreibt die Werte und Grundprinzipien für das Zusammenleben in Wien. Als gemeinsame Hausordnung gibt er Orientierung für Politik, Verwaltung, öffentliche Einrichtungen, Fördernehmer und alle Menschen, die hier leben.
- Integrationsleitbild – unsere gemeinsamen Ziele: Es übersetzt diese Werte in ein Zukunftsbild mit konkreten Zielen und zentralen Handlungsfeldern für die Wiener Integrationspolitik.
- Integrationsbericht – Fortschritte sichtbar machen: Er zeigt regelmäßig und transparent, wo Integration gelingt, wo wir Ziele verfehlen und wo wir politisch nachsteuern müssen. Dafür knüpft er an den bestehenden Wiener Integrations- und Diversitätsmonitor an.
Der Kodex soll Ende 2026 bzw. Anfang 2027 vorliegen, das Leitbild bis Ende 2027. Der Integrationsbericht ist alle zwei Jahre vorgesehen; eine erste Wirkungsmessung soll noch in dieser Legislaturperiode erfolgen. Der neu aufgesetzte Wiener Integrationsrat bringt Wissen aus Wissenschaft und praktischer Integrationsarbeit in den Prozess ein.
HIER GEHTS ZUR PRESSEKONFERENZ:
VIELFALT BRAUCHT VERBINDLICHKEIT.
Wien ist eine vielfältige Stadt. Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, Sprachen, Religionen und Lebensentwürfen leben hier zusammen. Damit dieses Zusammenleben funktioniert, braucht es gleiche Chancen, gemeinsame Regeln und Verantwortung von uns allen.
Für uns ist klar: Menschenwürde, Freiheit, Gleichberechtigung, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind nicht verhandelbar. Wir sprechen Probleme offen an, ohne Menschen pauschal zu verurteilen oder gegeneinander auszuspielen.
Integration bedeutet deshalb beides:
Chancen ermöglichen und Verantwortung einfordern.
DEINE MEINUNG ZÄHLT:
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Was bedeutet Integration für dich?
WAS GUTES ZUSAMMENLEBEN BRAUCHT:
Integration funktioniert dort, wo Menschen die Chance haben, Teil unserer Gesellschaft zu werden – und diese Chance auch ergreifen.
Dazu gehören:
- Deutsch lernen, um Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
- Bildungschancen nutzen und Kindern von Beginn an gute Voraussetzungen geben.
- Arbeiten und Verantwortung übernehmen, um unabhängig zu sein und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
- Unsere Gesetze und gemeinsamen Regeln respektieren.
- Die Rechte und Freiheiten anderer achten – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung.
Wo Menschen ausgegrenzt werden, Frauen und Mädchen in ihren Freiheiten eingeschränkt werden, Antisemitismus, Homophobie oder Rassismus verbreitet werden oder Parallelgesellschaften entstehen, dürfen wir nicht wegschauen.
Gleiche Rechte. Gleiche Regeln. Gleiche Verantwortung.
KONKRET BEDEUTET DAS:
1. INTEGRATION BEGINNT ZU HAUSE
Eltern sind die ersten und wichtigsten Vorbilder ihrer Kinder. Wer Bildungsangebote nutzt, zu Gesprächen in Kindergarten und Schule kommt und den eigenen Kindern vermittelt, dass sie Teil dieser Stadt sind, schafft wichtige Voraussetzungen für ihre Zukunft.
Wir unterstützen Eltern dabei und nehmen sie gleichzeitig in die Verantwortung. Denn Kinder sollen unabhängig von ihrer Herkunft die gleichen Chancen haben, in Wien ihren Platz zu finden.
2. INTEGRATION BRAUCHT BILDUNG
Deutsch ist der Schlüssel zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Deshalb setzen wir möglichst früh an und unterstützen Kinder und Jugendliche dort, wo zusätzlicher Förderbedarf besteht.
Bereits von uns umgesetzt:
- Zweites verpflichtendes Kindergartenjahr und verpflichtende Sommerschule für Kinder mit Sprachförderbedarf
- Kostenlose Sommerdeutschkurse für Schulneulinge
- Ausbau der Sprachförderung
- Chancenbonus mit zusätzlichen Ressourcen für Schulen mit besonderen Herausforderungen
- Jährlicher Integrationsbericht mit messbaren Erfolgsindikatoren
- Orientierungsklassen für Schüler ohne bisherige Schulerfahrung
- Gemeinsame Deutschlernangebote für Kinder und Eltern
- Flexible Deutschförderangebote für Erwachsene – etwa berufsbegleitend, für Fachkräfte oder mit Kinderbetreuung
3. WIEN FÖRDERT UND FORDERT
Arbeit schafft Unabhängigkeit, soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb wollen wir Menschen möglichst rasch in Ausbildung und Arbeit bringen – und zwar parallel zum Spracherwerb.
Wer Unterstützung erhält, soll gleichzeitig bereit sein, bestehende Angebote wahrzunehmen und Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen.
Bereits von uns umgesetzt:
- Reform der Wiener Mindestsicherung
- StartWien mit Orientierungsgesprächen und Informationen zu Bildung, Arbeit, Wohnen und Zusammenleben
- StartWien-Digital als mehrsprachige Informationsplattform
- StartWien College für den Einstieg in Ausbildung und Arbeit
- Deutschkurse für Jugendliche und Erwachsene auf unterschiedlichen Niveaus
- Angebote wie der KonversationsKlub zum praktischen Deutschlernen
4. HINSCHAUEN STATT WEGSCHAUEN
Integration bedeutet auch, Probleme klar anzusprechen. Demokratie, Gleichberechtigung und Rechtsstaatlichkeit gelten für alle Menschen in Wien – unabhängig davon, woher jemand kommt oder woran jemand glaubt.
Wo diese Grundwerte unter Druck geraten, müssen wir handeln.
Bereits von uns umgesetzt:
- Fachstelle Demokratie zur Extremismusprävention und Stärkung demokratischer Werte
- Workshops zu Antisemitismus, Extremismus und Medienkompetenz im Rahmen der Wiener Bildungschancen
- Wiener Netzwerk Demokratiekultur und Prävention
- Community-Kommunikator, die direkt mit unterschiedlichen Communities arbeiten
- Maßnahmen gegen parallelgesellschaftliche Ordnungssysteme
- Werte- und Orientierungskurse zu Gleichberechtigung, Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
- Ausbau von Demokratiebildung und Extremismusprävention
- Präventions- und Deradikalisierungsprogramme
- Konsequentes Vorgehen gegen Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Homophobie und antidemokratische Ideologien
