
Maximal ein Fünftel pro Gruppe mit gleicher nicht-deutscher Alltagssprache.


Wir wollen den Kindergarten neu denken. Darum haben wir die gefragt, die ihn jeden Tag stemmen. 2.434 Pädagog:innen, Assistent:innen und Leitungen aus städtischen und privaten Kindergärten haben bei der größten Befragung dieser Art in Wien mitgemacht. Ihre Antworten sind die Grundlage dafür, was sich jetzt in den Kindergärten ändert.
Der Auftakt zu den kommenden Reformen im Kindergarten, war der Start unseres Reformprozesses „Kindergarten Neu Denken“ im Jänner 2026:

Maximal ein Fünftel pro Gruppe mit gleicher nicht-deutscher Alltagssprache.

Bis zu 200 Euro, wenn Eltern das neue Entwicklungsgespräch über ihr Kind verweigern.

Schrittweise von durchschnittlich 25 auf 22 Kinder pro Kindergartengruppe.
Wir wollen, dass jedes Kind beim Schulstart dem Unterricht folgen kann. Aber ein Kind, das in seiner Kindergartengruppe nie Deutsch hört, verliert früh den Anschluss.
Darum sorgen wir dafür, dass Deutsch im Kindergarten wieder zur gemeinsamen Sprache wird. Wir brechen Sprachcluster auf: In einer Kindergartengruppe sind künftig bis zu fünf Kinder mit derselben nicht-deutschen Alltagssprache – maximal ein Fünftel der Gruppe. Das bedeutet, dass es in einer Gruppe mehrere Kinder mit nicht-deutschen Alltagssprachen geben darf, allerdings dürfen jeweils nur 20 % die selbe nicht-deutsche Alltagssprache sprechen. So wird Deutsch automatisch die Sprache, in der die Kinder miteinander spielen und reden.
Diese Regel hilft gerade den Kindern, die zuhause kein Deutsch hören. Sie bekommen im Kindergarten die Sprache mit, die sie für die Schule und das Leben in Österreich brauchen. Das ist liberale Integrationspolitik – über Sprache und Bildung.
Der Kindergarten kann das Elternhaus nur ergänzen, aber nicht ersetzen – Erziehung ist und bleibt die Aufgabe der Eltern. Denn auch das beste Bildungssystem stößt an seine Grenzen, wenn Bildung zuhause aufhört.
Darum wird das jährliche Entwicklungsgespräch für die Eltern verpflichtend. Das Gespräch wird dokumentiert, bei Bedarf ist auch ein zweites pro Jahr möglich. Wer sich weigert, riskiert eine Verwaltungsstrafe von bis zu 200 Euro.
Diese 200 Euro sind die letzte Stufe für die ganz wenigen, die sich entziehen – sich für die Zukunft der eigenen Kinder zu interessieren, ist das Minimum. Gleichzeitig gibt es Unterstützung für alle, die sie brauchen: Ein Unterstützungspaket für Eltern ist in Arbeit.
Personalmangel und zu große Gruppen: das nennen die Befragten als die größte Last im Alltag.
Darum reduzieren wir die Gruppengröße von 25 auf 22 Kinder pro Kindergartengruppe – Schritt für Schritt ab 2028. Kleinere Gruppen bedeuten mehr Zeit, um jedes Kind zu sehen und gut auf die Schule vorzubereiten.
Außerdem geben wir den Pädagog:innen die Zeit, die gute Arbeit erst möglich macht. Die Vorbereitungszeit wird gesetzlich verankert und bis zum Ende der Legislaturperiode auf sechs Stunden pro Woche ausgebaut. Dazu kommt eine Konzeptionswoche vor dem Kindergartenjahr, die z. B. für die Jahresplanung und das Einarbeiten neuer Kolleg:innen genutzt werden kann.

Diese Schritte betreffen den pädagogischen Rahmen – eine von drei Säulen der Reform. Aber „Kindergarten neu denken“ heißt auch, das Fördersystem und die Verwaltung zu reformieren. Diese Reform begleitet uns die nächsten Jahre. Wir gehen diesen Weg Schritt für Schritt.
Auf die Befragung von 2.434 Personen, die täglich im Kindergarten arbeiten – aus städtischen und privaten Einrichtungen. Die größten Belastungen laut Umfrage:
• Personalmangel (45,9 % der Antworten)
• Gruppengröße (27,8 %)
• Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf (24,4 %)
Auch die Elternmitwirkung kommt direkt aus der Befragung: Die Pädagog:innen selbst fordern verpflichtende Formate für Eltern.
Eine Pädagogin beschreibt es in der Umfrage so: „In einer Kindergartengruppe, in der 18 von 25 Kindern dieselbe Erstsprache sprechen, ist eine wirksame Sprachförderung und ein erfolgreicher Erwerb der deutschen Sprache nicht möglich.“
Wo die Gruppen gemischt sind, ist Deutsch automatisch die gemeinsame Sprache – Kinder lernen sie im Spiel, nebenbei, jeden Tag. Erst dann kann auch Sprachförderung wirklich wirken.
Nein. Kein Kind muss die bestehende Gruppe verlassen.
Das jährliche Entwicklungsgespräch über das eigene Kind wird künftig verpflichtend, bei Bedarf auch ein zweites. Die Verpflichtung wird gesetzlich verankert und wer es verweigert, riskiert eine Verwaltungsstrafe bis 200 Euro. Parallel wird ein zusätzliches Unterstützungspaket für Eltern ausgearbeitet.
Ein Gespräch pro Jahr über die Entwicklung des eigenen Kindes ist das Minimum an Mitwirkung. Die Strafe ist die letzte Stufe für die wenigen, die sich komplett entziehen. Und die Forderung kommt aus der Praxis: Pädagog:innen berichten in der Umfrage, dass Entwicklungsgespräche von Eltern schlicht nicht wahrgenommen werden, und wünschen sich verpflichtende Formate.
Der Kindergarten ergänzt das Elternhaus, kann es aber nicht ersetzen. Erziehung bleibt Aufgabe der Eltern – auch das beste Bildungssystem stößt an seine Grenzen, wenn Bildung zuhause aufhört. Ein Originalzitat aus der Umfrage: „Der Kindergarten ist ergänzend und nicht ersetzend, dahingehend müssen Eltern mehr Verantwortung übernehmen.“