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Naturschutzgebiet Breitenlee

Vom vergessenen Ort zum Lebensraum der Zukunft

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Am Rande des ehemaligen Dorfes Breitenlee liegt ein Ort, der lange Zeit übersehen wurde: der verlassene Verschiebebahnhof Breitenlee. Jahrzehntelang lagen Gleise und Ruinen still: Ein Relikt vergangener Zeiten, scheinbar vergessen.

Doch während der Mensch diesen Ort sich selbst überließ, begann die Natur leise, ihn zurückzuerobern. Zwischen rostenden Schienen und bröckelndem Beton entstand ein einzigartiger Lebensraum. Seltene Tiere und Pflanzen fanden hier Zuflucht, aber auch invasive Arten wie der Götterbaum und die Goldrute breiteten sich aus.

Der Wendepunkt

Was lange im Stillstand verharrte, wurde schließlich zur Chance.

Die Stadt Wien erkannte das enorme Potenzial dieses besonderen Ortes und erwarb das Areal von den Österreichischen Bundesbahnen. Unterstützt wurde dieser Schritt durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.

Damit war der Grundstein gelegt für eines der ambitioniertesten Renaturierungsprojekte im städtischen Raum.

Europa als Partner: LIFE VienNATURA

Mit einem fundierten Renaturierungskonzept bewarb sich Wien um eine Förderung im EU-LIFE-Programm und dieses Ansuchen wurde mit Erfolg gekrönt.

Unter dem Namen „LIFE VienNATURA“ wird das Projekt nun umgesetzt. Rund zwei Drittel der Projektmittel werden von der Europäischen Union kofinanziert, ein starkes Zeichen für die europäische Bedeutung dieses Vorhabens.

Die Natur bekommt Raum zurück

Was hier entsteht, ist mehr als nur ein Projekt, es ist die Rückgabe von Raum an die Natur.

Konkrete Maßnahmen umfassen:

  • das Aufbrechen und Entfernen versiegelter Flächen
  • die Wiederherstellung von Trockenrasen und Steppenlandschaften
  • die gezielte Pflege von Wiesen
  • die Bekämpfung invasiver Arten
  • sowie die Schaffung naturnaher Weideflächen

Damit entsteht ein Mosaik wertvoller Lebensräume, das bedrohten Arten eine Zukunft bietet: Vögel, Wildbienen, Heuschrecken und seltene Pflanzen wie Orchideen kehren zurück.

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Beweidung als Schlüssel zur Vielfalt

Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist die extensive Beweidung – eine jahrhundertealte Methode, die heute wieder an Bedeutung gewinnt.

Große Flächen werden von Rindern und Eseln in eingezäunten Bereichen gepflegt, während Schafe flexibel von Fläche zu Fläche ziehen. So entstehen dynamische, artenreiche Landschaften, die sich ständig weiterentwickeln.

Starke Partner für ein gemeinsames Ziel

Dieses Projekt ist nur möglich durch Zusammenarbeit:

Unter der Koordination der Stadt Wien – Umweltschutz wirken unter anderem mit:

  • der Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien
  • die MA 48
  • das Naturhistorische Museum Wien
  • BirdLife Österreich
  • ICLEI Europe

Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel: Natur nicht nur zu schützen, sondern aktiv zurückzubringen.

Ein Raum für Natur und für Menschen

Auch die Menschen profitieren:
Mitten im schnell wachsenden 22. Bezirk entsteht eine grüne Oase.

Doch bewusst kein klassischer Park.
Hier steht nicht die Nutzung im Vordergrund, sondern der Respekt.

Durch gezielte Besucher:innenlenkung und Information wird ein Zugang geschaffen, der Natur erlebbar macht, aber ohne sie zu gefährden.

Blick in die Zukunft

Das Projekt läuft bis 2032 – doch seine Wirkung reicht weit darüber hinaus.

Ein begleitendes Monitoring und ein langfristiger Managementplan stellen sicher, dass dieser besondere Lebensraum erhalten bleibt.

Was hier entsteht, ist kein kurzfristiges Vorhaben.
Es ist ein Versprechen – an die Natur, an die Stadt und an kommende Generationen.

 

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