Die Wirtschaftskammer braucht einen Neuanfang
Manchmal reicht ein Blick auf die Schlagzeilen, um zu wissen: So geht es nicht mehr weiter.

Wenn Vorwürfe im Raum stehen wie die aktuellen rund um Walter Ruck und seinen Führungsstil als Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, dann erwarten die Unternehmerinnen und Unternehmer dieser Stadt zurecht Antworten. Dass Walter Ruck trotzdem stur an seinem Sessel festhalten kann, ist auch für das aktuell praktizierte Kammersystem ein verheerendes Signal.
Ein veraltetes System auf Kosten der Betriebe
Tausende Betriebe zahlen brav ihre Kammerbeiträge, sie arbeiten, investieren, tragen unternehmerisches Risiko. Und womit werden sie von ihrer eigenen Vertretung belohnt? Mit Hinterzimmer-Politik, Vorwürfen und einem Frauenbild, das schlicht und ergreifend aus dem letzten Jahrhundert ist.
Sowohl die Hinterzimmer-Politik des Herrn Ruck als auch sein Frauenbild sind ein verheerendes Signal. Gerade für die Unternehmen, die sowas mit ihren Beiträgen finanzieren, ist das ein Schlag ins Gesicht.Selma Arapović
Klubobfrau NEOS Wien
Zeit für die Reißleine
Die WKO redet seit Langem von großen Reformen. Aber wie soll ein Haus erneuert werden, wenn die Spitze in Wien das alte Denken mit allen Mitteln verteidigt? Wenn der Kammer das eigene Ansehen und das Vertrauen der Betriebe wirklich am Herzen liegen, gibt es nur einen sauberen Schritt: Walter Ruck muss den Weg frei machen.
Die Wirtschaftskammer verspielt sonst auch noch den allerletzten Rest Kredit. Bei den Entscheidungsträgern der Stadt, aber vor allem bei ihren eigenen Mitgliedern. Es geht hier längst nicht mehr um Parteipolitik. Es geht um Anstand und die Frage, wer die Wiener Wirtschaft in Zukunft vertreten soll. Die Reißleine muss gezogen werden. Je früher, desto besser für Wien.
Jeder, der die Vorwürfe gegen Walter Ruck mitbekommen hat, weiß, dass sich die Wirtschaftskammer damit nur selbst beschädigt. Die Frage ist nicht ob, sondern wann sie die Reißleine zieht. Es wäre höchste Zeit.Selma Arapović



