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Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll nutzen

Fritz Grams sieht das Glas „halb voll“

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© Unsplash

Bei der 183. Vollversammlung der AK Wien setzten sich NEOS LiA für einen verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz ein. Der Fokus lag dabei auf den Chancen, die neue Technologie bringt. Fraktionsführer Fritz Grams sieht das Glas „halb voll“.

Am 27. Mai 2025 nahmen die fünf Kammerrät:innen von NEOS LiA an der 183. Vollversammlung der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien teil. In einer Podiumsdiskussion wurden den Vormittag über aktuelle demokratiepolitische Herausforderungen erörtert. Am Nachmittag folgte die Generaldebatte sowie die Abstimmungen über Anträge – der wichtige Willensbildungsprozess im Parlament der Arbeitnehmer:innen.

Die Fraktion NEOS LiA forderten in ihren Anträgen mehr Bildungsmaßnahmen für die Integration von geflüchteten Menschen, bessere Werbung für den AK-Bildungsgutschein und Digi-Bonus, und eine Ausweitung des Rechtsanspruchs auf Elternteilzeit. Besonderes Augenmerk legten die Liberalen auf die Förderung einer verantwortungsvollen Integration von künstlicher Intelligenz als Chance für Arbeit und Gesellschaft. Ein entsprechender Antrag wurde gemeinsam mit den Sozialdemokraten (FSG) und den Grünen Arbeitnehmer (GA) eingebracht und von der Vollversammlung mehrheitlich angenommen.

Künstliche Intelligenz (KI) wird in der Arbeitswelt zum Alltag, ihre rasante Entwicklung schafft neue Möglichkeiten, gleichzeitig aber auch Herausforderungen: KI bietet großes Potenzial Arbeitsbedingungen zu verbessern, Arbeitszeit sinnvoll zu verkürzen und soziale Fortschritte zu beschleunigen. Damit diese Chancen Wirklichkeit werden, muss KI gezielt als Werkzeug menschlicher Entfaltung gestaltet werden – nicht als Ersatz für Arbeitskräfte.

Fraktionsführer Fritz Grams warnte davor, KI ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Effizienz zu betrachten. Die zentrale Gefahr bestehe nicht allein in der technologischen Leistungsfähigkeit, sondern darin, dass digitale Systeme zunehmend so gestaltet würden, dass Menschen von ihnen abhängig würden. Technologie forme auch das gesellschaftliche Zusammenleben und das Menschenbild.

Besonders hob er die Bedeutung von Bildung hervor. Menschen müssten in die Lage versetzt werden, Ergebnisse künstlicher Intelligenz kritisch zu überprüfen und eigenständig einzuordnen. Wer nicht mehr in die eigene Kompetenz investiere, setze sich einer Maschinenwelt aus, die irgendwann nicht mehr kontrollierbar sei.

Zugleich betonte Grams, dass KI durchaus Chancen eröffnen könne. Künstliche Intelligenz könne für Kreativität und Lernen eine ähnlich transformative Rolle spielen wie das Auto einst für die Mobilität. Als Beispiel verwies er auf das legendäre Schachduell zwischen Schachgroßmeister Garry Kasparow und dem IBM Schachcomputer Deep Blue im Jahr 1997. Der Computer gewann, zum Entsetzen vieler. Dennoch berichtete Kasparow, dass ihn der Wettstreit mit der Maschine zu neuen Spitzenleistungen motiviert habe. Technologische Konkurrenz kann also auch Ansporn zur Weiterentwicklung sein.

Dennoch dürften soziale Fragen nicht ausgeblendet werden. Grams verwies auf Fälle, in denen KI-generierte Kunstwerke bereits Wettbewerbe gewinnen würden und stellte die Frage nach Fairness, Urheberrecht und menschlicher Selbstentfaltung. Eine Gesellschaft, die Begegnung und Empathie durch bloße Effizienz ersetze, drohe „kalt“ zu werden.

Damit griff die Wortmeldung mehrere Punkte auf, die auch im gemeinsamen Antrag zur Integration von KI in die Arbeitswelt thematisiert werden. Darin wird betont, dass künstliche Intelligenz im Interesse der Arbeitnehmer:innen eingesetzt werden müsse und nicht ausschließlich zur Rationalisierung dienen dürfe. Der Antrag fordert unter anderem Transparenz beim KI-Einsatz, Qualifizierungsmaßnahmen, Schutz vor Überwachung sowie Mitbestimmung der Beschäftigten.

Grams schloss mit einem Appell, technologische Entwicklung aktiv zu gestalten: Man solle „mit Mut und Engagement“, aber auch „mit Bedacht“ in diese neue Zeit gehen und neben künstlicher vor allem die soziale Intelligenz bewahren.

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