
Neue Regeln für die Kurzzeitvermietung: Mehr Schutz für Wiener Wohnraum
Transparent, klimafit, verkehrssicher – Hietzings Anträge und Anfragen

Verbindungsbahn, Radweg und Verkehrssicherheit: Unsere vier Initiativen für Hietzing aus der BV-Sitzung im September
Die Bezirksvertretungssitzung (BV-Sitzung) stellt die Versammlung des Hietzinger "Bezirksparlaments" dar. Es tagt regulär vier Mal im Jahr. Dazu kommen alle 40 Bezirksrät:innen aus 6 Parteien zusammen. Die Bezirksvertretungssitzungen sind öffentlich und können im Hietzinger Amtshaus im Großen Festsaal vor Ort oder via Livestream verfolgt werden.
Bei der Bezirksvertretungssitzung am 30. September 2026 haben wir vier Anträge eingebracht. Dabei ging es um mehr Transparenz bei der Verbindungsbahn, eine bessere Koordination der bevorstehenden Bauarbeiten, einen klimafitten Anna-Strauss-Platz und mehr Verkehrssicherheit beim Leon-Kellner-Weg. Hier findest du einen Überblick:
1. Klarheit über die betroffenen Bäume entlang der Verbindungsbahn (BV-1309450/26)
Unser Ziel: Klarheit darüber schaffen, wie viele Bäume durch die Attraktivierung der Verbindungsbahn in Hietzing tatsächlich betroffen sind beziehungsweise gefällt werden müssen.
Warum: Derzeit stehen unterschiedliche Zahlen im Raum. Im Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts wird von 1.348 Bäumen im Istzustand ausgegangen, von denen 103 erhalten werden. Gleichzeitig werden aktuell 926 zu fällende Bäume kommuniziert – eine Zahl, die bei 103 zu erhaltenden Bäumen auf einer Ausgangszahl von 1.029 Bäumen beruhen würde. Wie diese unterschiedlichen Ausgangszahlen zustande kommen und welche Projektgebiete jeweils berücksichtigt werden, ist derzeit nicht nachvollziehbar.
Unser Ansatz: Die zuständigen Stellen der Stadt Wien – insbesondere die MA 22 – sollen die Berechnungsgrundlagen transparent darstellen und die aktuellen Angaben den Zahlen aus dem UVP-Verfahren und dem Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts gegenüberstellen. So soll für die Hietzinger:innen nachvollziehbar werden, von wie vielen betroffenen Bäumen tatsächlich ausgegangen wird.
Ergebnis: Der Antrag wurde gegen die Stimmen der FPÖ mehrheitlich angenommen.
2. Klarer Bauzeitplan für die Verbindungsbahn (BV-1309470/26)
Unser Ziel: Frühzeitig Klarheit darüber schaffen, wann welche Bauarbeiten im Zusammenhang mit der Verbindungsbahn stattfinden und welche Auswirkungen sie auf Hietzing haben.
Warum: Die Attraktivierung der Verbindungsbahn wird über einen längeren Zeitraum Auswirkungen auf Anrainer:innen, den öffentlichen Verkehr, Fuß- und Radverkehr sowie den Autoverkehr haben. Gleichzeitig liegt laut Beantwortung eines Fragenkatalogs derzeit kein Bauzeitplan vor, in dem auch die Leistungen der Stadt Wien dargestellt sind. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung müssen die zeitlichen Abläufe und die Schnittstellen zwischen ÖBB, Stadt und weiteren Beteiligten nachvollziehbar sein.
Unsere Lösung: Wir wollen einen mit den verschiedenen Beteiligten abgestimmten Bauzeitplan für die Leistungen der Stadt Wien. Darin sollen unter anderem wichtige Meilensteine, Straßensperren, Maßnahmen im öffentlichen Raum, Auswirkungen auf Öffis, Fuß- und Radverkehr und Grünraum sowie die Schnittstellen zu den Arbeiten der ÖBB dargestellt werden. Änderungen sollen dem Bezirk unmittelbar bekanntgegeben und die Bevölkerung rechtzeitig über Einschränkungen und Ersatzverkehr informiert werden.
Ergebnis: Der Antrag wurde einstimmig angenommen.
3. Radweg am Anna-Strauss-Platz ohne zusätzliche Versiegelung (BV-1309494/26)
Unser Ziel: Den neuen Zwei-Richtungsradweg, welcher entlang der Lainzer Straße geplant ist, an das bestehende Radwegenetz anbinden, ohne dafür zusätzliche Flächen am Anna-Strauss-Platz zu versiegeln.
Unsere Überlegung: Der Radweg entlang der Lainzer Straße muss über den Anna-Strauss-Platz an die Fahrradstraße Auhofstraße beziehungsweise Dommayergasse anschließen. Dafür braucht es eine Verbreiterung des bestehenden Radwegs. Gleichzeitig soll der bereits als Hitzehotspot bezeichnete Platz nicht noch weiter versiegelt werden.
Unser Ansatz: Der zusätzliche Platz für den Zwei-Richtungsradweg soll aus den bereits versiegelten Flächen beziehungsweise den bestehenden drei Fahrstreifen gewonnen werden. Falls die Platzverhältnisse nicht ausreichen, können auch Lösungen wie die „unechten“ Abbiegespuren auf der Guldenbrücke geprüft werden.
Ergebnis: Der Antrag wurde gegen die FPÖ mehrheitlich angenommen.
4. Sicherer aus dem Leon-Kellner-Weg in die Veitingergasse (BV-1309519/26)
Unser Ziel: Mehr Übersicht und Verkehrssicherheit bei der Ausfahrt vom Leon-Kellner-Weg in die Veitingergasse.
Warum: Seit der Sanierung der Veitingergasse können Parkraummarkierungen und vorhandene Altpapiertonnen die Sicht beim Ausfahren stark einschränken. Laut dem Antrag berichten Anrainer:innen, dass ein ausreichender Überblick teilweise erst möglich ist, wenn man bereits weit in die Veitingergasse einfährt. Dadurch können kritische Situationen sowie Behinderungen für den Autoverkehr und die dort fahrenden Busse entstehen.
Unsere Lösung: Geprüft werden sollen Anpassungen der Parkordnung, zwei Verkehrs- beziehungsweise Ausfahrtsspiegel sowie weitere geeignete verkehrstechnische oder organisatorische Maßnahmen, mit denen die Sichtverhältnisse und die Verkehrssicherheit verbessert werden können.
Ergebnis: Der Antrag wurde einstimmig angenommen.
Außerdem haben wir in der BV-Sitzung fünf Anfragen gestellt, die sich etwa um die Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur, die Situation für Hundebesitzer:innen sowie die Verkehr- und Wegesicherheit drehen. Die Anfragen werden allesamt schriftlich beantwortet und werden anschließend hier veröffentlicht.
Überblick zu unseren Anfragen:
1. Neues Busnetz auf den Prüfstand stellen (BV-1309314/26)
Unser Ziel: Die Auswirkungen der geänderten Linienführungen der Buslinien 53A, 54A und 54B transparent und auf Grundlage konkreter Daten evaluieren.
Warum: Vor über einem Jahr wurden die drei Buslinien grundlegend verändert. Bereits im September 2025 hat die Bezirksvertretung einstimmig beschlossen, nach sechs Monaten eine Evaluierung durchzuführen. Um nachvollziehen zu können, wie sich das neue Busnetz tatsächlich auf die Hietzinger:innen – insbesondere in Ober St. Veit – auswirkt, fragen wir deshalb detaillierte Daten zu Fahrzeiten, Verbindungen, Auslastung und Fahrgastzahlen ab. Dazu gehören unter anderem die Anbindungen an die U4, die Klinik Hietzing, das Seniorenheim San Damiano, den Friedhof Ober St. Veit und das Amtshaus Hietzing sowie ein Vorher-Nachher-Vergleich bei Auslastung, Wochenendnutzung und Pünktlichkeit.
2. Hundeverbote in Parks und Trinkwasser für Hunde (BV-1309342/26)
Unser Ziel: Klären, ob vollständige Hundeverbote in Hietzinger Parks überall notwendig sind und wie Hunde gerade während Hitzeperioden besser mit Trinkwasser versorgt werden können.
Unsere Überlegung: In Parks wie dem Hügelpark oder Streckerpark gibt es öffentliche Trinkbrunnen, gleichzeitig gilt dort ein absolutes Hundeverbot. Damit können Hundehalter:innen diese Infrastruktur auch zur Wasserversorgung ihrer Tiere nicht nutzen. Während ein Hundeverbot in abgegrenzten Kinderspielbereichen sinnvoll und notwendig sein kann, stellt sich für die übrigen Flächen die Frage, ob weniger weitgehende Regelungen – etwa eine Leinenpflicht – möglich wären. Wir wollen deshalb wissen, warum die vollständigen Verbote bestehen, ob Alternativen geprüft wurden und ob etwa abgegrenzte Zugänge zu Trinkbrunnen, zusätzliche Hundetränken oder Wasserschalen bei bestehenden Wasserspendern möglich sind.
3. Patenschaften für öffentliche Infrastruktur ermöglichen (BV-1309364/26)
Unser Ziel: Prüfen, ob auch in Hietzing Spenden- oder Patenschaftsmodelle für öffentliche Infrastruktur ermöglicht werden können.
Warum: In öffentlichen Anlagen und den Bundesgärten sowie im Tiergarten Schönbrunn werden bereits unterschiedliche Einrichtungen oder Angebote über private Spenden und Patenschaften unterstützt. Auch in Hietzing besteht Bedarf an zusätzlichen Einrichtungen wie Sitzgelegenheiten, Trinkbrunnen oder Hydranten mit Hundetrinkschalen. Ein solches Modell könnte zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten schaffen und gleichzeitig das Engagement der Bevölkerung stärken. Deshalb fragen wir nach bestehenden Möglichkeiten, möglichen rechtlichen oder organisatorischen Hürden, den zuständigen Magistratsabteilungen und den notwendigen Schritten für ein entsprechendes Programm in Hietzing.
4. Verkehrssicherheit rund um die Fahrradstraße Auhofstraße überprüfen (BV-1309389/26)
Unser Ziel: Auf Basis konkreter Daten klären, wie sich die geänderte Verkehrsführung rund um die Fahrradstraße Auhofstraße auf die Verkehrssicherheit und mögliche Ausweichverkehre ausgewirkt hat.
Warum: Bewohner:innen der Schließmanngasse haben von einer möglichen Zunahme von Unfällen seit der geänderten Einbahnführung berichtet. Seit Dezember 2025 ist die Auhofstraße zwischen Dommayergasse und Feldmühlgasse als Fahrradstraße ausgestaltet; die Einbahndrehung zwischen Steckhovengasse und Fleschgasse soll den Kfz-Durchzugsverkehr reduzieren. Die Verkehrsberuhigung dient der Sicherheit und Attraktivität des Radverkehrs, gleichzeitig dürfen dadurch keine neuen Gefahrenstellen in den umliegenden Gassen entstehen. Deshalb fragen wir unter anderem Unfallzahlen vor und nach der Änderung, durchgeführte Sicherheitsprüfungen, Verkehrszählungen, Geschwindigkeiten und Abbiegeströme sowie mögliche Ausweichverkehre und bereits geprüfte oder geplante Verbesserungsmaßnahmen ab.
5. Alois-Kraus-Promenade auch im Winter sicher nutzbar machen (BV-1324377/26)
Unser Ziel: Möglichkeiten finden, die Alois-Kraus-Promenade auch bei Schnee und Eis besser und sicherer nutzbar zu halten, ohne den Baumbestand durch umweltschädliche Streumittel zu gefährden.
Unsere Überlegung: Laut einer Stellungnahme der MA 42 kann auf der Alois-Kraus-Promenade aufgrund des Salzverbots zum Schutz des Baumbestands entlang des Wienflusses und haftungsrechtlicher Bestimmungen kein klassischer Winterdienst durchgeführt werden. Gleichzeitig führen Schneefälle in Verbindung mit Frost-Tau-Wechseln regelmäßig dazu, dass die Promenade über längere Zeit vereist. Da sie eine wichtige Alltagsverbindung für Fußgänger:innen und Radfahrende ist, fragen wir nach praxistauglichen Alternativen – etwa Schneeräumung ohne Streumittel oder dem Einsatz ökologisch unbedenklicher Materialien wie Sand oder Holzgranulat.
Offene Antragsbesprechung der NEOS Hietzing
Übrigens: vor jeder BV-Sitzung veranstalten wir eine "offene Antragsbesprechung". Bei diesem Termin laden wir interessierte Bürger:innen aber auch Unterstützer:innen und Mitglieder ein, ihre Ideen, Wünsche und Anregungen für den Bezirk zu äußern. Die nächste findet am 17.11. um 18:30 Uhr in der Waldtzeile statt. Einfach anmelden und vorbei kommen :)

Neue Regeln für die Kurzzeitvermietung: Mehr Schutz für Wiener Wohnraum