Das erste Wiedner Demokratiefestival
Demokratie vor der Haustür

Wie stärken wir unsere Demokratie? Was braucht es für echte Gleichberechtigung, wirtschaftliche Chancen und einen konstruktiven Umgang mit Informationen? Mit diesen Fragen haben wir uns beim ersten Wiedner Demokratiefestival beschäftigt. Nach dem Kick-off am 15. September am Sankt-Elisabeth-Platz haben wir im Oktober in vier Workshops mit den Schwerpunkten Frauen, Europa, Wirtschaft und Medien unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht und über gesellschaftliche Herausforderungen diskutiert. Diese spiegeln sich auch in unserer politischen Arbeit auf der Wieden wider: in den Anliegen, die wir in der Bezirksvertretung aufgreifen und in den konkreten Ideen und Anträgen, mit denen wir unseren Bezirk gemeinsam gestalten.
Frauen und Demokratie: Gleiche Chancen und mehr Sichtbarkeit
Beim Generationengespräch mit Irmgard Griss, Natascha Fürst und Emily Keiler stand die Entwicklung der Frauenrechte im Mittelpunkt. Wie viel hat sich verändert und was braucht es noch für echte Gleichberechtigung?
Diese Fragen greifen wir auch in unserer Bezirkspolitik auf. Mit „Make Space for Girls“ setzen wir uns dafür ein, dass Parks und Spielplätze stärker auf die Bedürfnisse von Mädchen und jungen Frauen eingehen. Mit „Girls in Politics“ möchten wir Mädchen Einblicke in die Kommunalpolitik ermöglichen und sie zur politischen Mitgestaltung ermutigen. Und mit dem Antrag für einen „Walk of Fem“ wollen wir Frauen und ihre Leistungen im öffentlichen Raum sichtbarer machen. Denn Gleichberechtigung bedeutet auch, dass alle Menschen Platz bekommen und ihre Stimme einbringen können.
Brauchen wir eine EU-Armee? Demokratie über Grenzen hinweg
Gemeinsam mit Andreas Grassl, Anna Dermitzakis und Arthur Krön von Yourope diskutierten wir über Europas Sicherheit und die Frage, ob es eine gemeinsame EU-Armee braucht. Dabei ging es um unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft Europas und darum, wie politische Entscheidungen auf europäischer Ebene gestaltet werden sollen.
Auch wenn Fragen der europäischen Sicherheit nicht im Bezirk entschieden werden, ist demokratische Beteiligung überall wichtig. Auf der Wieden setzen wir uns deshalb dafür ein, dass Menschen bei Entscheidungen, die ihren Alltag unmittelbar betreffen, gehört werden. Zudem möchten wir die europäische Vielfalt in unserem Grätzl sichtbar machen und Europa mit vielfältigen Veranstaltungen direkt auf die Wieden bringen.
Wohlstand, Chancen und eine stabile Demokratie
Mit René Berger und Christoph Mayr haben wir darüber gesprochen, wie Wirtschaft, Wohlstand und Demokratie zusammenhängen und welche Voraussetzungen es braucht, damit Menschen ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten können.
Auch dazu haben wir konkrete Anträge und Initiativen auf Bezirksebene eingebracht. Mit unserer Resolution „Zukunftsvorsorge für alle Wiednerinnen“ setzen wir uns für mehr Finanzwissen und bessere Informationen zum langfristigen Vermögensaufbau ein. Mit der Resolution zu Regulatory Sandboxes unterstützen wir die Möglichkeit, innovative Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle unter klaren Rahmenbedingungen zu erproben. Ergänzend fordern wir mit unseren Anträgen zu künstlicher Intelligenz und Entbürokratisierung eine moderne, serviceorientierte Verwaltung, die neue Möglichkeiten verantwortungsvoll nutzt und unnötige Hürden abbaut.
Medienkompetenz: Informationen kritisch hinterfragen
Beim Workshop mit Mesi Tötschinger geht es darum, verlässliche Informationen zu erkennen, Manipulation zu durchschauen und Desinformation einzuordnen. Denn eine informierte Öffentlichkeit ist eine wichtige Grundlage dafür, dass Menschen sich eine eigene Meinung bilden und demokratische Entscheidungen mittragen können.
Mit unserer Resolution für ein respektvolles digitales Grätzl wenden wir uns gegen Hass im Netz und Cybermobbing. Dazu gehören auch Forderungen nach Medienkompetenz- und Präventionsangeboten an Schulen. Gleichzeitig wollen wir mit unserem Antrag „Moderne Kommunikation für die Wieden“ die Information der Bevölkerung verbessern. Die Bezirksvorstehung soll Menschen über digitale Kanäle niederschwellig, sachlich und transparent über Projekte, Beschlüsse und Beteiligungsmöglichkeiten informieren.
Demokratie gemeinsam gestalten
Die vier Workshops haben gezeigt, wie vielfältig Demokratie ist und dass sich Demokratie nicht nur bei Wahlen zeigt, sondern auch darin, wer gehört wird, wie transparent Entscheidungen getroffen werden und welche Möglichkeiten Menschen haben, ihr Umfeld mitzugestalten. Wir nehmen die vielen Impulse, Ideen und Gespräche mit, greifen sie weiter auf und lassen sie in unsere politische Arbeit auf der Wieden einfließen.
Ein herzliches Dankeschön an alle Speaker:innen, Organisator:innen und Teilnehmer:innen, die das erste Wiedner Demokratiefestival mit ihren Perspektiven und ihrem Engagement bereichert haben. Demokratie endet nicht mit einer Veranstaltung, sie lebt von offenen Diskussionen, konkreten Ideen und dem gemeinsamen Einsatz für eine lebenswertere und demokratischere Wieden. Wir freuen uns jederzeit über eure Ideen, Anregungen und Möglichkeiten zur Mitgestaltung! Am besten erreicht ihr uns unter wieden@neos.eu.



