Empfang neuer österreichischer Staatsbürger:innen in Wien
Meilenstein auf einem oft langen Weg

Der 13. Mai 2026 war für einige Menschen in Wien ein Tag, den sie wohl nie vergessen werden. Im Wiener Rathaus feierten über 700 Gäste – darunter mehr als 370 neue österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus über 55 Herkunftsländern – den Erhalt der österreichischen Staatsbürgerschaft. Was für viele von uns selbstverständlich erscheint, war für die Anwesenden ein emotionaler Meilenstein und oft das Ende eines langen, nicht immer einfachen Weges.
Zur Eröffnung wandten sich Bürgermeister Michael Ludwig und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling mit ihren Reden an die Gäste. Michael Ludwig betonte, dass viele Menschen aus beruflichen Gründen oder der Liebe wegen nach Wien gekommen seien und hier eine neue Heimat gefunden hätten. Bettina Emmerling sprach darüber, dass mit der Staatsbürgerschaft nicht nur Rechte, sondern auch Verantwortung verbunden seien – etwa die Demokratie aktiv mitzugestalten und die vielen Bildungs- und Chancenangebote in Wien zu nutzen.
Nach den Ansprachen begann das lange Warten auf den feierlichen Moment. Der 3. Bezirk wurde schließlich als drittletzter auf die Bühne gebeten. Dort begrüßten Michael Ludwig und Bettina Emmerling jede neue Staatsbürgerin und jeden neuen Staatsbürger persönlich und wechselten ein paar Worte mit ihnen.
Besonders spannend waren die Geschichten der Menschen, die an diesem Abend gefeiert wurden.
An einem Tisch saßen zwei Brüder, die aus Somalia nach Österreich kamen. Der ältere besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft bereits und arbeitet als Einzelhändler bei einer großen Elektromarktkette. Sein jüngerer Bruder absolviert gerade den Zivildienst beim Roten Kreuz und möchte danach studieren.
Eine Frau aus Kroatien, die seit vielen Jahren in der Altenpflege arbeitet, hatte ihre Mutter mitgebracht. Beide strahlten vor Freude und Stolz über diesen besonderen Tag.
Dann war da ein syrischstämmiges Ehepaar: Sie arbeitet im Umfeld von Bettina Emmerling, er ist Zahnarzt. Jetzt, da er sicher sein kann, dauerhaft in Österreich bleiben zu dürfen, plant er die Eröffnung einer eigenen Praxis im 10. Bezirk.
Beeindruckend war auch die Geschichte einer serbischstämmigen Frau, die in Österreich Pflegewissenschaften studiert hat und heute in leitender Funktion in einem Wiener Spital tätig ist. Ihr großer Wunsch: ihren Partner, einen Universitätsprofessor für Physik, nach Wien zu holen.
Und schließlich lernten wir noch ein junges Paar kennen, das in der Filmbranche bereits bemerkenswerte Erfolge feiert. Beide wurden mehrfach für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Eines ihrer Projekte wurde vergangenes Jahr auf der Diagonale mehrfach prämiert, ihre Kurzfilme laufen auf Festivals in der Ukraine und weltweit. Sie haben längst ihren Platz in der österreichischen Filmindustrie gefunden und werden für ihre Kreativität und Kompetenz geschätzt.
All diese Begegnungen zeigen, wie vielfältig Wien ist – und wie viel Hoffnung, Energie und Zukunft in dieser Stadt steckt. Neue österreichische Staatsbürger:innen willkommen zu heißen, gehört zweifellos zu den schönsten Aufgaben von uns Bezirksrät:innen.



