✉️  Bleib informiert — jetzt Wien-Newsletter abonnieren. →

Zum Inhalt springen

Legale Kunst statt respektlose Schmierereien

Street Art braucht Raum - Vandalismus nicht

Wiener Wand Blog David-5712x3213

Wien ist eine Stadt der Kunst. Dem Ausdruck menschlicher Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Über zwei Millionen Wienerinnen und Wiener gestalten die Stadt mit, sei es durch ihre Nutzung der Infrastruktur, ihren politischen Input oder ihren expressiven Ausdruck.

Letzterer findet sich unter anderem in der Form von Graffiti und Schmierereien in der ganzen Stadt wieder. Für viele sind diese unerwünschten Verewigungen einzelner Akteure und Akteurinnen schlichtweg ein Akt von Vandalismus. Für andere sind sie allerdings, ein Ausdruck des lebenden Organismus, der die Stadt ausmacht. Graffiti ist ein Weg gesehen zu werden, auch wenn das Ziel ist, nicht erkannt zu werden.

Das Entfernen von Schmierereien ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Eine bereits beschmierte Fläche lädt zu weiteren Akten von Vandalismus ein, während für einige in der Szene eine große unbemalte Fläche eine verlockende Leinwand darstellt. Das Resultat: ständig neue Beschmierungen, die unsere Umgebung verschandeln. Es ist respektlos der Gesellschaft gegenüber und auch der Umgebung, in der wir leben. Es gilt, diese Art des Vandalismus zu unterbinden - mit einer kontraintuitiven Lösung: es an ausgewählten Orten zu erlauben.

Gerade öffentliche Orte, Wände, die im Besitz der Stadt Wien und ihrer Organisationen liegen, sind perfekt geeignet Künstlerinnen und Künstlern eine legale Fläche zu bieten, ihre Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren. Denn es gibt viele, die ihre künstlerische Begabung respektvoll der Gesellschaft gegenüber nur dort ausüben, wo sie es dürfen.

Die Stadt Wien koordiniert hierzu das Projekt Wienerwand über den Jugendverein Wienxtra. An diesen sind wir mit der Idee einer solchen legalen Sprayingfläche im Franz-Nekula-Park beim Bahnhof Meidling herangetreten. Denn für uns galt es zuerst sicherzustellen, ob unsere Vorstellungen überhaupt umsetzbar sind.

Das Resultat: sie ist in höchstem Ausmaße geeignet. Der 2023 eröffnete Franz-Nekula-Park liegt direkt beim Schedifkaplatz, wenige Meter tiefergelegt. Das resultierte in einer langen Stützmauer die über einen weiten Bereich gut einsehbar ist - ein Traum für Street Artists. Dazu ist sie leicht und sicher erreichbar und befindet sich nicht in unmittelbarer Nähe eines Wohngebäudes.

Bereits jetzt lässt sich die Attraktivität dieser Wand für Graffiti sehen, denn sie ist bereits über die gesamte Länge besprayt. Eine Legalisierung wird jedoch zu einer Verbesserung führen, denn momentan findet man vor Ort nur schnell angebrachte, illegale Verewigungen. Das legale Sprayen ermöglicht es gesetzeskonformen Künstlerinnen und Künstlern, die Wand zu nutzen. Diese werden die Fläche dort nutzen, wo sie die bestehende Kunst als am übermalenswertesten einschätzen. Es entsteht sozusagen ein Mikroorganismus an Kunst, der sich immer wieder selbst korrigiert.

Menschen die täglich den Bahnhof Meidling passieren werden regelmäßig neue Wandmalereien zu Gesicht bekommen - und das alles ohne große Kosten für die Steuerzahlenden. Daher werden wir demnächst einen Antrag einbringen, die Wand im Franz-Nekula-Park, sowie die Seitenmauern der U6 nahe des Linseparks bei der Station Längenfeldgasse, für legales Sprayen freizugeben. Wir bemühen uns außerdem, andere Fraktionen von dieser Idee zu überzeugen und zu unserem Antrag dazu zu holen, denn die Vorteile dieser Idee überwiegen aus unserer Sicht die Nachteile in höchstem Ausmaße.

Du willst mehr Infos aus Meidling? Dann melde dich jetzt zu unserem Newsletter an!

Weitere interessante Artikel

Melde dich für unseren Newsletter an!