Walk of Fem in Margareten
Neuer Erinnerungsort macht Leistungen von Frauen sichtbar

Wer durch den Schütte Lihotzky Park geht, sieht jetzt mehr als Grünflächen und Wege. Mit dem Walk of Fem ist in Margareten ein Ort entstanden, der bewusst sichtbar macht, was viel zu lange übersehen wurde. Die Leistungen von Frauen in Kunst, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft werden hier in den öffentlichen Raum geholt. Fünf Sterne markieren den Anfang und stehen für einen klaren politischen Anspruch.
Erinnerungskultur ist nicht neutral. Wer geehrt wird und wer nicht, spiegelt die lange vorherrschenden gesellschaftliche Machtverhältnisse wider. Jahrzehntelang waren es vor allem Männer, deren Namen auf Tafeln, Straßen und Denkmälern zu finden sind. Der Walk of Fem setzt hier gezielt an und versteht sich als notwendige Ergänzung zu bestehenden Formen des Erinnerns.
Vielfalt und politische Umsetzung
Die ersten fünf Namen - Smaragda Berg, Helene Kafka, Margarete Schütte-Lihotzky, Ines Rieder und Helga Pankratz - stehen exemplarisch für unterschiedliche Lebensrealitäten und Wirkungsfelder. Diese Vielfalt bildet den Kern des Projekts und macht sichtbar, wie breit die Beiträge von Frauen zur gesellschaftlichen Entwicklung sind.
Der Walk of Fem geht auf einen Antrag von NEOS Margareten zurück und wurde im politischen Prozess gemeinsam weiterentwickelt. Durch einen Abänderungsantrag der KPÖ/LINKS Margareten konnten dem Projekt zusätzlich wichtige Frauen hinzugefügt werden. Diese Form der Zusammenarbeit zeigt, wie Gleichstellungspolitik auf Bezirksebene konstruktiv umgesetzt werden kann und zu tragfähigen Ergebnissen führt.
Ein lebendiges Signal für Gegenwart und Zukunft
Der Walk of Fem ist als lebendiges Projekt angelegt. Weitere Sterne werden folgen und zusätzliche Perspektiven sichtbar machen. Damit wächst nicht nur der Weg selbst, sondern auch das kollektive Gedächtnis des Bezirks.
Besonders relevant ist der Fokus auf Frauen und auf vielfältige Lebensrealitäten, einschließlich der LGBTIQ* Community. Der Walk of Fem verbindet historische Würdigung mit einer klaren Haltung für Gegenwart und Zukunft.
Margareten setzt damit ein deutliches Zeichen für eine moderne Erinnerungskultur. Sichtbarkeit entsteht nicht zufällig, sie wird gestaltet. Der Walk of Fem zeigt, wie öffentlicher Raum genutzt werden kann, um gesellschaftliche Werte abzubilden und weiterzuentwickeln.



