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Europas Hauptstädte machen es vor: Zeit für die Sonntagsöffnung in Wien

Dass man als Tourist in einer Weltstadt wie Wien am Sonntag und Feiertag vor verschlossenen Türen steht, sorgt regelmäßig für Staunen.

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Wenn wir über Wirtschaft sprechen, landen wir schnell bei Budgets und oftmals assoziieren wir damit Probleme. Sprechen wir doch lieber darüber, wie wir wieder Schwung in das Rad hineinbekommen. Unser Wirtschaftssprecher Markus Ornig hat es bei einem Medientermin gut auf den Punkt gebracht: Die Sonntagsöffnung ist eine Stellschraube, die ohne viel Aufwand echte Impulse bringt.

Der Blick über die Stadtgrenzen zeigt eine absurde Situation: In ganz Österreich gibt es unzählige Tourismuszonen, in denen Geschäfte sonntags und feiertags öffnen dürfen. Wien ist das einzige Bundesland, das diese Möglichkeit gar nicht nutzt. Ausgerechnet in so einer internationalen Tourismus- und Einkaufsstadt lassen wir dadurch erhebliche Umsätze liegen.

Während in 76 Prozent der europäischen Hauptstädte die Sonntagsöffnung längst gelebt wird, stehen Gäste bei großen Events bei uns vor verschlossenen Türen. Gleichzeitig macht der Onlinehandel an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr Umsatz. Wenn wir den stationären Handel stärken wollen, brauchen wir mehr Flexibilität.

Die Nachfrage der Wiener Bevölkerung ist längst da, wie eine Studie der Johannes Kepler Universität Linz zeigt:

  • 63 Prozent der Wienerinnen und Wiener würden sonntags einkaufen gehen (österreichweit sind es nur 48 Prozent).
  • 74 Prozent der Generation Z wünschen sich diese Flexibilität (bei den Babyboomern sind es 53 Prozent).
  • Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte stehen mit 54 Prozent ganz oben auf der Wunschliste, gefolgt von Drogerien und Mode (je 27 Prozent).

Es geht uns nicht um einen Zwang, sondern um echte Wahlfreiheit für die Betriebe. Der Arbeitnehmer:innenschutz, Ruhezeiten und Sonntagszuschläge bleiben dabei vollkommen unangetastet. Gleichzeitig schafft eine Sonntagsöffnung zusätzliche Verdienstmöglichkeiten, etwa für Studierende.

Fazit: Fangen wir bei den eigentümergeführten Betrieben an – genau das steht auch in unserem Wiener Regierungsprogramm. Viele kleine Familienbetriebe haben gar keine riesige Belegschaft, aber Inhaber:innen, die sich am Sonntag gerne selbst im Laden engagieren würden. Geben wir ihnen die Freiheit dazu. Ein Testlauf zeigt am besten, was funktioniert und wie alle davon profitieren. Statt uns weiter im Kreis zu drehen, gilt: Probieren wir es aus.

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