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Wiens erstes Low-Traffic-Grätzl steht in den Startlöchern

Das können die neuen Low-Traffic-Grätzl

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Ob Klima, Mobilität oder Stadtplanung: Wien hat einen Plan für die Zukunft. Die vielen Reformen, die wir in der Stadt Wien vorantreiben, gehen Hand in Hand für eine klimaneutrale Stadt, die noch dazu grüner, lebenswerter und einfach schöner wird. Heute haben wir dazu ein besonderes Beispiel präsentiert: Die neuen Low-Traffic-Grätzl.

Wer in einem dicht besiedelten Wiener Grätzl wohnt, kennt das Problem. Die eigentliche Wohnstraße ist eine Schleichroute – Autos, die die Hauptstraße meiden, fahren einfach quer durchs Viertel. Das macht Lärm, macht schlechte Luft, und lässt kaum Platz für irgendetwas anderes als parkende und fahrende Autos. In Grätzln, wo es ohnehin wenig Grün gibt und die Sommer immer heißer werden, ist das kein kleines Ärgernis. Das ist ein echtes Lebensqualitätsproblem.

Was ist ein Low-Traffic-Grätzl?

Die Idee ist simpel: Durchzugsverkehr wird aus dem Wohnviertel rausgehalten. Und das, ohne dass man einen Cent in große Bauprojekte steckt. Wer im Grätzl wohnt, kann rein- und rausfahren, auch Lieferdienste und Einsatzfahrzeuge sind kein Problem.

Wer das Viertel aber nur als Abkürzung benutzt, wird auf die Hauptstraße umgeleitet. Konkret heißt das: Einbahnen werden gedreht, an einzelnen Kreuzungen kommen sogenannte Diagonalfilter – bepflanzte Tröge, die verhindern, dass man geradeaus durchs Grätzl fährt. Wer rein will, kommt rein. Wer nur durch will, fährt über die Hauptstraße. Dazu kommen Bodenmarkierungen, mobile Bäume und Sitzgelegenheiten. Der Platz, der vorher Durchzugsverkehr war, wird Aufenthaltsraum.

Angesichts der drastischen Klimaveränderung ist es für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Wienerinnen und Wiener unumgänglich, dass wir überall und quer durch alle Bezirke direkt vor der Haustür lebenswerte Erholungsräume schaffen.
Angelika Pipal-Leixner

Mobilitätssprecherin NEOS Wien

Dieser Ansatz heißt im Fachjargon „Tactical Urbanism“ und ist schnell, kostengünstig, anpassbar. Wenn etwas nicht funktioniert, lässt es sich nachjustieren – genau das unterscheidet die Low Traffic Grätzl auch vom Supergrätzl in Favoriten, das mit deutlich größeren baulichen Maßnahmen arbeitet.

Internationales Best Practice

Das Modell ist nicht neu. In London wurden seit 2020 über hundert solche Gebiete eingerichtet – viele davon mit günstigen, temporären Mitteln. Genau darum haben wir diese Reform im Regierungsprogramm verankert: Damit die Stadt auch in budgetär angespannten Zeiten lebenswerter wird. Und der Vorteil gegenüber aufwändigen Umbauten ist offensichtlich: Es geht schnell, es ist günstig, und man kann nachjustieren, wenn etwas nicht funktioniert.

Meidling macht den Anfang

Das erste Wiener Low Traffic Grätzl entsteht rund um die Wolfganggasse in Meidling, zwischen Längenfeldgasse, Steinbauergasse, Siebertgasse und Arndtstraße. Geplant sind eine Fußgängerzone bei der Tichtelgasse, neue Einbahnregelungen und farbige Bodenmarkierungen. Mobile Begrünung und Sitzelemente sollen das Gebiet aufwerten – auch gut für die beiden Schulstandorte Malfattigasse und Steinbauergasse, weil der Schulweg sicherer wird.

Bei der Umsetzung wird ressourcenschonend gearbeitet: Die Diagonalfilter sind ehemalige Beton-Mistkübel von der Donauinsel, die jetzt bepflanzt und an Kreuzungen aufgestellt werden. Umgesetzt wird ab Herbst bis Ende 2026, nach Meidling folgen Mariahilf, Alsergrund und Rudolfsheim-Fünfhaus.

  • In Mariahilf entsteht ein Low Traffic Grätzl nördlich der Gumpendorfer Straße, in der Nähe der Stadtteilschule Mittelgasse und der Volksschule Sonnenuhrgasse – mit dem klaren Ziel, den Schulweg sicherer zu machen.
  • Am Alsergrund liegt der Fokus auf der Mariannengasse rund um den neuen MedUni-Campus. Wie wirksam einfache Maßnahmen sein können, zeigt schon das Pilotprojekt in der Galileigasse.
  • In Rudolfsheim-Fünfhaus wird der Schwendermarkt zum Ankerpunkt – nicht nur für die Wohnbevölkerung, sondern auch für Marktbetriebe und Gäste.

Wien profitiert davon, gute Ideen von woanders zu importieren, wenn sie funktionieren. London zeigt seit Jahren, dass dieses Modell wirkt. Jetzt zeigen wir es in Meidling vor.

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