Aumannplatz & unsere Ideen
Rückblick Bezirksvertretungssitzung Währing

© BV18 Währing
Bei der Bezirksvertretungssitzung am vergangenen Donnerstag stand die geplante Neugestaltung des Aumannplatzes im Rampenlicht. Das vorgelegte Grobkonzept überzeugt uns jedoch nicht. Für uns ist klar: Die zu erwartenden Millionenausgaben für dieses Projekt wären in der Sanierung unserer Währinger Bildungseinrichtungen weitaus besser investiert. Zudem würde die geplante Verkehrsführung massive Auswirkungen auf die Währinger Straße haben und den Zustand auf Jahrzehnte hinweg sprichwörtlich einzementieren. Mit unserem eigenen Antrag haben wir daher eine starke Alternative vorgestellt: Eine Variante, die Verkehrsberuhigung und eine echte Aufwertung des Parks garantiert, gleichzeitig aber deutlich weniger kostet und für das Bezirksbudget leistbar bleibt. Leider konnten wir die anderen Fraktionen noch nicht von diesem Weg überzeugen. Sehr erfreut waren wir hingegen, dass unsere Anträge zum Öffi-Verkehr und zur Schulwegsicherheit sehr positiv aufgenommen wurden.
Aumannplatz: Zukunftschancen statt teure Großprojekte
Insgesamt fünf Anträge und ein langer Austausch im Plenum zeigen, wie intensiv sich alle Fraktionen mit der Zukunft des Platzes auseinandersetzen. Uns ist die Aufwertung des Aumannplatzes ein echtes Anliegen, und wir sind absolut offen für eine Neugestaltung. Zu Recht erwarten sich alle Bürger:innen, die sich im Rahmen der Beteiligungsprozesse eingebracht haben, dass wir den Park und den Platz aufwerten. Dennoch muss die Bezirksvertretung die Gesamtinteressen unseres Bezirks im Auge behalten.
Konkrete Kostenschätzungen fehlen zwar noch, doch die bisher kolportierten Zahlen lassen aufhorchen: Die Gesamtkosten werden bei mehreren Millionen Euro liegen, die der Bezirk – im Unterschied zu früheren Projekten – zu einem Großteil selbst finanzieren müsste. Geld, das dann an anderen Ecken schmerzhaft fehlen wird. Wir müssen die Mittel fair verteilen und investieren dieses Geld lieber in die Bildung unserer Kinder als in ein überteuertes Konzept.
Stückwerk statt echtem Verkehrskonzept
Neben den Kosten bereitet uns die vorgeschlagene Verkehrsführung große Sorgen. Der Aumannplatz ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt in unserem Bezirk – eine so massive Änderung der Verkehrsströme, die den Verkehr direkt in die Währinger Straße verlagert, hat immense spürbare Auswirkungen auf ganz Währing. Genau deshalb brauchen wir hier ein stimmiges Gesamtkonzept für die gesamte Achse von Gersthof bis zum Gürtel. Das fehlt jedoch völlig. Es ist unverantwortlich, mit diesem Grobkonzept jetzt unveränderbare Tatsachen in Beton zu gießen, ohne die langfristige Entwicklung der Gentzgasse und der Währinger Straße überhaupt miteinzubeziehen.
Auch die Sicherheit leidet: Die vorgeschlagene geschlängelte Route führt dazu, dass Kreuzungsplateaus (auch für Lkw) vergrößert werden müssen – und das ausgerechnet bei der Türkenschanzstraße, bei der sich Bürger:innen seit Jahren verkehrssichernde Maßnahmen wünschen.
Die von der Bezirksvorstehung behauptete Alternativlosigkeit dieser Planung zweifeln wir an. In der politischen Planung gibt es immer Alternativen und Spielräume. Es ist die ureigenste Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen und Richtungen vorzugeben, welche die Expert:innen und Dienststellen der Stadt dann in ihren Entwürfen umsetzen. Wenn es also bestimmte politische Vorgaben gibt, die zu genau diesem Ergebnis führen, dann sollte das auch klar kommuniziert werden, anstatt sich auf die Planung auszureden.
Einstimmig für die Öffis: Der Abfahrtsmonitor in der U6-Station soll zurückkommen
Es gab in der Sitzung aus unserer Sicht aber auch sehr erfreuliche Nachrichten: Unser Antrag zur Reaktivierung des elektronischen Abfahrtsmonitors in der U6-Station Währinger Straße wurde einstimmig angenommen! Jahrelang konnten Währinger:innen dort beim Umstieg in die Straßenbahnen und Busse Richtung Kreuzgasse oder Cottageviertel die Abfahrtszeiten und eventuelle Störungen in Echtzeit ablesen. Seit über einem Jahr ist die Tafel dunkel. Wir freuen uns sehr, dass dieser Antrag so breit unterstützt wurde. Nun liegt der Ball bei Verkehrsstadträtin Ulli Sima und den Wiener Linien, um dieses Angebot für die Fahrgäste rasch wieder fit zu machen.
Mehr Sicherheit vor der KOMIT-Schule in der Eduardgasse
Ein weiteres wichtiges Anliegen war uns die Sicherheit der Jüngsten. Vor der KOMIT-Schule und dem Kindergarten in der Eduardgasse 3 kommt es beim Bringen der Kinder leider regelmäßig zu gefährlichen Situationen, weil Autos auf dem ohnehin schmalen Gehsteig parken oder halten. Da die alten Poller die Gehwegbreite zu stark eingeschränkt haben, haben wir einen Prüfantrag eingebracht.
Wir fordern gezielte Maßnahmen wie Halteverbotszonen auf der gegenüberliegenden Straßenseite oder das punktuelle Anbringen von Radabstellbügeln als bauliche Barriere am Fahrbahnrand, um den Gehsteig endlich wieder sicher und frei von Autos zu machen. Aufgrund unseres Antrags wird sich die nächste Mobilitätskommission des Bezirks konkreten Lösungsmöglichkeiten widmen.
Wie siehst du das Thema Aumannplatz? Schreib uns deine Meinung gerne an waehring@neos.eu oder komm zu einem unserer nächsten Bezirkstreffen und tausch dich direkt persönlich mit uns aus!



