Wirksamer Hitzeschutz, der in Wien wirklich ankommt
Hitzewellen verlangen mehr als kurzfristige Symbolpolitik. Als Teil der Aufschwungskoalition setzen wird direkt bei der Ursache an: einer klugen Stadtplanung und dem Schutz unserer Böden.

Österreichweit versiegeln Beton und Asphalt täglich neun Fußballfelder riesige Flächen. Diese Bodenversiegelung bedeutet für die Wienerinnen und Wiener, dass die Hitze in den Grätzln stehen bleibt und Regenwasser nicht mehr abfließen kann. In Österreich liegt ein wesentliches Problem in der zersplitterten Kompetenzverteilung.
Gemeinden stehen im Wettbewerb um Kommunalsteuern und Einwohnerinnen und Einwohner. Das führt dazu, dass grüne Wiesen für neue Wohn- und Gewerbegebiete geopfert werden, wenn klare Siedlungsgrenzen fehlen. Durch die Sonderrolle Wiens als Land und Gemeinde gleichzeitig, zeigen wir vor, wie eine gut abgestimmte Bündelung der Planungs- und Widmungskompetenzen funktionieren kann.Selma Arapović
Klubobfrau und Stadtplanungssprecherin
Beton aufbrechen, Flächen öffnen
In Wien setzen wir genau da an. Bei der Entsiegelung unserer Plätze geht es uns um Entlastung an heißen Tagen. Wir öffnen gezielt Flächen, damit Wasser wieder versickern und verdunsten kann.
- Seit unserer Regierungsbeteiligung 2020 haben wir über 85.000 Quadratmeter Straßen und Plätze aufgebrochen und neu begrünt. Und wir machen laufend weiter.
- Neue Parkanlagen wie z. B. der Naschpark, der Tangentenpark oder die Umgestaltungen am Volkertplatz bringen direkte Erholung und Abkühlung ins Grätzl.
Bauen auf bestehenden Flächen
Der ins Leben gerufene Wien-Plan 2035 schützt den Grüngürtel. Für dich bedeutet das, dass wir wertvolle Naturräume am Stadtrand erhalten und stattdessen brachliegende Potenzialflächen im Stadtinneren entwickeln, die bereits optimal an Öffis, das Rad- und Gehwegenetz sowie soziale und technische Infrastruktur angeschlossen sind.
- Auf ehemaligen Bahngeländen wie dem Nord- und Nordwestbahnhof verbinden wir leistbaren Wohnraum mit grünen Parks. So nutzen wir bestehende Areale optimal.
- Zu einer vorausschauenden Planung gehört auch, Projekte wie Rothneusiedl ohne neue Versiegelung am Stadtrand umzusetzen. Das ist eine gezielte Entwicklung, die bei den Bürgerinnen und Bürgern wirkungsvoll ankommt.
Natur sichern und Gewässer befreien
Aktiver Bodenschutz bedeutet ebenfalls die bestehenden Grünflächen in der Stadt zu erhalten und beschädigte Lebensräume wieder naturnahe herzustellen. Das sorgt für Abkühlung bei Hitze, schützt vor Naturkatastrophen wie Hochwasser und stärkt die Biodiversität für mehr blühendes Leben in Wien.
- Auf dem ehemaligen Verschiebebahnhof Breitenlee haben wir 82,2 Hektar als Natura-2000-Gebiet gesichert. Diese Fläche bleibt unverbaut und dauerhaft geschützt.
- Zu wirksamem Hochwasserschutz gehört auch, Wasserläufe schrittweise aus dem Betonbett zu befreien und an alle als Lebens- und Naherholungsraum zurückzugeben.
Die immer heißer werdenden Sommer führen uns deutlich vor Augen, wo wir ansetzen müssen. Wien wird die Klimakrise nicht allein lösen, aber gerade Städte können zeigen, wie vorausschauende Stadtplanung, gezielter Bodenschutz und ein kluger Umgang mit dem Bestand Städte widerstandsfähiger und lebenswert machen. Genau diesen Weg gehen wir in Wien.Selma Arapović
Klubobfrau und Stadtplanungssprecherin
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