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Hauerplatz LIGHT

Schritt für Schritt statt alles oder nichts 

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Seit Jahren ist klar: Der Josef-Matthias-Hauer-Platz braucht eine Neugestaltung. Mehr Aufenthaltsqualität, Verkehrsberuhigung, ein lebendiges Herzstück für die Josefstadt. Das wollen wir, das unterstützen wir.

Aber guter Wille allein zahlt keine Rechnungen.

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache

Als das Projekt konkrete Formen annahm, gingen wir von einer Förderung von rund 80 % aus – also knapp 2,9 Millionen Euro. Das hätte eine solide Finanzierungsbasis ergeben. Die Realität sieht heute anders aus: Statt fast drei Millionen gibt es rund eine Million Euro – und selbst das ist noch nicht gesichert. Was bleibt, ist ein Kostenanteil von rund 2,6 Millionen Euro für einen Bezirk, der bereits jetzt zu den am stärksten verschuldeten in ganz Wien zählt.

Das ist keine kleine Verschiebung. Das ist eine völlig neue Ausgangslage. Eine Lage in der bis heute ein nachvollziehbarer Finanzplan fehlt, der zeigt, wie das Projekt umgesetzt werden kann, ohne andere wichtige Vorhaben zu gefährden – vor allem im Bildungsbereich. Schulen, Kindergärten, Investitionen für Kinder und Jugendliche: Das sind keine Nice-to-haves, das sind Pflichtaufgaben.

Unser Vorschlag: Josef-Matthias-Hauer-Platz LIGHT 

Politik darf nicht nur in Schwarz-Weiß denken – entweder alles auf einmal oder gar nichts. Deshalb haben wir in der Bezirksvertretung einen Alternativantrag eingebracht: den Josef-Matthias-Hauer-Platz LIGHT.

Das Prinzip dahinter: Zuerst das, was jetzt geht. Der Zweirichtungsradweg als wichtiger Lückenschluss auf der Hauptradroute durch den Bezirk ist ohnehin über die Wiener Radwegoffensive finanziert – der kann und soll umgesetzt werden. Ergänzt durch kostengünstige verkehrsberuhigende Maßnahmen im Sinne des Tactical Urbanism: weniger Geld, spürbare Wirkung, sofort sichtbar im Grätzl.

Den Gesamtumbau verschieben wir nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag – wir warten auf den Zeitpunkt, zu dem er sich auch wirklich ausgeht.

Leider blockiert

Unser Vorschlag wurde von den anderen Fraktionen nicht mitgetragen. Das bedauern wir – nicht nur wegen des Platzes selbst, sondern weil damit eine Chance vertan wurde zu zeigen, dass verantwortungsvolle Politik auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig bleibt.

Was bleibt, ist unsere klare Haltung: Wir werden genau hinsehen, dass Bildungsthemen nicht länger hintenangestellt, falsch priorisiert oder schlicht weggespart werden. Schulen und Kindergärten dürfen nicht die stillen Verlierer von Großprojekten sein, die sich der Bezirk im Moment schlicht nicht leisten kann. Wer heute Millionen für einen Platzumbau ohne solide Finanzierung beschließt, muss morgen erklären, warum der Kindergartenumbau in der Josefstädter Straße wieder warten soll.

Ja – aber richtig

Wir sagen Ja zum Josef-Matthias-Hauer-Platz. Wir sagen Ja zu Verkehrsberuhigung und mehr Lebensqualität im Grätzl. Aber wir sagen Nein dazu, den Bezirk für ein einzelnes Projekt an seine finanzielle Belastungsgrenze zu bringen. Ans gesetzliche Maximum.

Ein Stufenplan wäre keine Absage. Er ist Ausdruck von Verantwortung und schafft Raum für alle weiteren wichtigen Projekte allen voran im Bildungsbereich.

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